Umgang mit der Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. April 2016)

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Die multiple Sklerose (MS) ist derzeit nicht heilbar. Ihr Verlauf lässt sich aber mit modernen, relativ gut verträglichen Therapien verlangsamen und Krankheitsschübe können gemildert werden. Je früher die Behandlung beginnt, umso günstiger kann sie auf den Krankheitsverlauf einwirken.

Um die multiple Sklerose möglichst effektiv zu behandeln, bieten sich verschiedene Lösungsansätze an. Die medikamentöse Therapie dient im Wesentlichen dazu, die Prozesse des Immunsystems günstig zu beeinflussen. Lassen sich die Beschwerden eines Krankheitsschubs mit entzündungshemmenden Glukokortikoiden akut verbessern, verfolgt man mit der Basistherapie langfristige Ziele: Die zur MS-Therapie zugelassenen immunmodulatorischen (d.h. die Immunantwort beeinflussenden) Substanzen Interferon beta und Glatirameracetat verringern nachweislich die Häufigkeit und Schwere von einzelnen Krankheitsschüben und können im Idealfall zur Schubfreiheit führen.

Für die Betroffenen ist es wichtig, dass im Verlauf der Therapie nicht nur die Häufigkeit der Schübe verringert wird, sondern dass die Behandlung zudem positiv auf das Fortschreiten der Behinderung wirkt. Dies ist mithilfe von Beta-Interferonen (Interferon beta-1b, Interferon beta-1a) möglich, welche den Behinderungsprozess verlangsamen.

Viele MS-Betroffene versuchen, die Krankheit aus Angst vor der Zukunft zu verdrängen und versäumen damit eine sinnvolle Frühtherapie. Andere nehmen den ersten Schub nicht ernst und setzen die Medikamente anschließend wieder ab. Eine MS-Basistherapie kann allerdings nur bei konsequenter Anwendung wirksam werden. Viele Erkrankte fürchten auch die Nebenwirkungen einer Dauertherapie. Bei den Interferonen beschränken sich die Nebenwirkungen jedoch meist auf grippeähnliche Symptome, die sich leicht mit Paracetamol oder Ähnlichem behandeln lassen. Glatirameracetat kann unter anderem Hautreaktionen an der Einstichstelle oder Brustschmerzen beziehungsweise Herzklopfen hervorrufen. Selten kann es auch zu Infektionen kommen.