Familie, Partnerschaft & Sexualität

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. Mai 2009)

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Von der multiplen Sklerose (MS) sind überwiegend junge Frauen betroffen. Viele hegen einen Kinderwunsch, sind aber durch die Krankheit verunsichert.

Die multiple Sklerose ist weder eine Infektionskrankheit, die durch Kontakt übertragen werden kann, noch ist sie eine Erbkrankheit im klassischen Sinne. Allerdings ist das Risiko, an multipler Sklerose zu erkranken, bei Kindern von MS-Betroffenen circa drei bis fünf Prozent höher als das der übrigen Bevölkerung.

Eine Schwangerschaft sollte daher in Rücksprache mit dem Neurologen und dem Frauenarzt geplant werden, da währenddessen keine MS-Medikamente eingenommen werden sollten. Es wird empfohlen, die Medikamente in Absprache mit dem Arzt rechtzeitig abzusetzen: Immunsuppressiva neun Monate, Kortison sechs und Interferon-beta drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft. Der günstigste Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist eine stabile Krankheitsphase. In der Schwangerschaft nimmt die Häufigkeit der Krankheitsschübe regulär ab, die an multipler Sklerose erkrankten Frauen fühlen sich oft sehr wohl. Erst nach der Geburt – in den ersten sechs Monaten – steigt die Wahrscheinlichkeit für Krankheitsschübe wieder an. Stillt die Mutter, so dürfen zum Beispiel Interferon-beta-Präparate für die Dauer der Stillzeit nicht angewendet werden. Einem Schub lässt sich jedoch in der Stillzeit mit Immunglobulinen vorbeugen.

Während der regulären Therapie der multiplen Sklerose, etwa mit Interferonen, sollte verhütet werden, um eine unerwünschte Schwangerschaft zu vermeiden.