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Autor: Onmeda-Redaktion
Neben echten oder reinen Placebos, die frei von jedem Wirkstoff sind, gibt es unechte, unreine Placebos, auch Pseudo-Placebos oder aktive Placebos genannt. Sie enthalten geringe Mengen eines Wirkstoffs, die entweder nicht ausreichen, um einen Effekt hervorzurufen oder bei der eingesetzten Krankheit laut Lehrmeinung nicht wirken. Solche Pseudo-Placebos spielen in der Forschung und der Versorgung in der Arztpraxis durchaus eine Rolle.
Pseudo-Placebos können Eigenschaften haben, die für den enthaltenen Wirkstoff typisch sind. Beispielsweise enthält ein Pseudo-Placebo-Nikotinpflaster geringe Mengen Nikotin und riecht daher ähnlich wie handelsübliche Nikotinpflaster. So lässt sich vermeiden, dass Arzt und Patient in einer Studie allein aufgrund des Geruchs folgern können, welche Pflaster tatsächlich Nikotin enthalten und welche nicht. Pseudo-Placebos können zudem Nebenwirkungen hervorrufen und erfüllen somit in manchen Studien einen weiteren wichtigen Zweck: Der Arzt kann nicht ausschließlich aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen – die bei einem reinen Placebo ausbleiben würden – rückschließen, welche Patienten echte Medikamente und welche Placebos erhalten haben.
Manche Autoren ordnen auch Therapien, die irrtümlich als wirksam eingeschätzt werden, den Pseudo-Placebos zu. Geläufiges Beispiel: Eine durch Viren ausgelöste unkomplizierte Erkältung wird häufig mit Antibiotika behandelt. Da diese aber nur gegen Bakterien wirken, ergibt dieses Vorgehen keinen Sinn. Dass der Arzt dem Patienten trotzdem Antibiotika empfiehlt, kann verschiedene Gründe haben. Um die Anwendung tatsächlich als irrtümlich bezeichnen zu können, müssen bestimmte Umstände erfüllt sein:
Zusammengefasst bedeutet das: Der behandelnde Arzt glaubt nach dieser Definition der Pseudo-Placebos, dass er eine spezifisch wirksame Therapie anwendet. Im Gegensatz dazu steht die bewusste Anwendung von Medikamenten, die zu schwache oder nicht für die vorliegende Krankheit geeignete Wirkstoffe enthalten.
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Stand: 02.05.2012
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