Welche Arten von Medikamenten gibt es?: Verschreibungspflichtige (rezeptpflichtige) Medikamente

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Dezember 2011)

Die Verschreibungs- oder Rezeptpflicht ergibt sich auf Basis von § 48 des Arzneimittelgesetzes. Danach sind alle diejenigen Medikamente verschreibungspflichtig, deren Wirkstoffe in der Anlage zu diesem Gesetz verzeichnet sind.

Einer sogenannten automatischen Verschreibungspflicht unterliegen alle diejenigen Stoffe oder Zubereitungen mit in der medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannten Wirkungen. Damit sind vor allem Neuentwicklungen gemeint.

Normalerweise sind alle verschreibungspflichtigen Medikamente auch erstattungsfähig. Das heißt, sie werden auf den rosafarbenen Kassenrezepten verordnet und die öffentlichen Krankenkassen tragen die Kosten dafür. Solche Kassenrezepte müssen binnen vier Wochen (28 Tagen) eingelöst werden, sonst verfallen sie.

Alle verschreibungsfreien Präparate und manche verschreibungspflichtigen sind allerdings nicht erstattungsfähig (z. B. manche Mittel gegen Erektionsstörungen). Das heißt, die Krankenkasse bezahlt sie nicht, was meist wirtschaftliche Gründe hat. Solche Präparate müssen dann auf Privatrezept (keine vorgeschriebene Farbe) oder einem grünen sogenannten Empfehlerrezept (Gültigkeit beider: ein Vierteljahr) verordnet werden. In diesen Fällen trägt der Patient die gesamten Kosten des Medikaments.

Ein Sonderfall der Verschreibungspflicht sind die Betäubungsmittel. Hierbei handelt es sich um Präparate, die bewusstseinsverändernd wirken und durch ihre suchterzeugende Wirkung ein hohes Missbrauchspotential haben. Sie können ausschließlich nur auf einem gelben Betäubungsmittel(BtM)-Rezept verordnet werden, das lediglich sieben Tage gültig ist. Für die Beschriftung des Rezepts gelten strenge Regeln und auch eine Medikamenten-Höchstmenge darf nicht ohne Begründung des Arztes überschritten werden.



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