Verstopfung – was tun?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Oktober 2015)

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Eine Verstopfung geht in der Regel nur mit wenigen Problemen einher. Viele Betroffene sind dennoch beunruhigt, dass eine längere Verweildauer des Stuhls dem Körper schaden und ihn vielleicht sogar vergiften könnte. Doch was kann man tun, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen?

Die Therapie einer Verstopfung ist abhängig von ihrer Ursache: Wenn zum Beispiel eine andere Erkrankung für die Verstopfung verantwortlich ist, muss man diese Grunderkrankung behandeln lassen. Wenn bestimmte Medikamente die Verstopfung ausgelöst haben, besteht die Behandlung darin, diese – falls möglich – niedriger zu dosieren oder vollständig abzusetzen.

Falls sich die Grunderkrankung nicht behandeln lässt oder Sie die Medikamentendosis nicht reduzieren können, ist eine symptomatische Therapie mit Abführmitteln geeignet.

Bevor man bei einer Verstopfung eine ärztliche Therapie beginnt, gibt es einiges, was man selbst tun kann.

Ernährungsumstellung

Gegen Verstopfung hilft manchmal schon eine Ernährungsumstellung: Durch ballaststoffreiche Kost quillt der Stuhl auf und gleichzeitig erhöht sich der Wasseranteil im Stuhl. Der gequollene Stuhl drückt gegen die träge Dickdarmwand und regt sie an, sich stärker zu bewegen. Außerdem sorgt der erhöhte Wasseranteil für einen weicheren Stuhl. Eine Umstellung auf ballaststoffreiche Kost hilft meist allerdings nur bei einer leichten Verstopfung.

Ausreichend trinken

Jeden Tag verliert der Körper über den Tag mit den Ausscheidungen, über die Haut und über die Lunge beträchtliche Mengen an Wasser. Dieser Wasserverlust muss über Trinken wieder ausgeglichen werden. Wer über einen längeren Zeitraum zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, hat möglicherweise mit Problemen beim Stuhlgang zu kämpfen.

Wenn ein Flüssigkeitsmangel hinter der Verstopfung stecken sollte, kann es schon helfen, ausreichend Wasser zu trinken. Mit einer Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme über das normale Maß hinaus lässt sich eine Verstopfung jedoch nicht behandeln.

Anti-Stress-Tipps

Wer viel Stress hat und andauernd unter Strom steht, sollte darauf achten, sich als Ausgleich genug Zeit zur Entspannung zu nehmen. In manchen Fällen können Entspannung und Ruhe dazu beitragen, Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen. Dabei muss man nicht unbedingt eine Entspannungsmethode lernen, um ruhiger und gelassener durch den Tag zu kommen – auch im Alltag lässt sich der Stresspegel senken.

  • Reduzieren Sie äußere "Stressmacher" wie Computer, Handy und Fernseher.
  • Gehen Sie raus in die Natur.
  • Legen Sie im Alltagsstress Pausen zum Entspannen ein.
  • Sorgen Sie nachts für guten Schlaf.
  • Hören Sie Entspannungsmusik.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte.

Abführmittel

Wenn bei einer Verstopfung weder eine umgestellte Ernährung noch geänderte Lebensgewohnheiten wirken, besteht die Möglichkeit, zur Therapie Abführmittel (Laxanzien) einzusetzen. Dabei lassen sich verschiedene Wirkmechanismen unterscheiden:

  • wasserbindende Abführmittel
  • darmanregende Abführmittel
  • Abführmittel, die die Darmentleerung beschleunigen

Die meisten Abführmittel sind gut verträglich. Über einen kurzen Zeitraum können Abführmittel auch ohne vorherige ärztliche Abklärung eingenommen werden. Wenn Sie jedoch unter einer chronischen Verstopfung leiden und schon seit längerem Abführmittel einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und das weitere Vorgehen mit ihm abstimmen.

Bei langfristiger Einnahme von Abführmitteln besteht die Gefahr, zu viele Mineralstoffe und zu viel Wasser zu verlieren. Als weitere Nebenwirkungen können Blähungen und eine Reizung der Darmschleimhaut auftreten.