Fakten und Irrtümer zum Thema Verstopfung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Oktober 2015)

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Wie viel Stuhlgänge pro Woche sind normal? Bringen Ballaststoffe wie Backpflaumen und Leinsamen die Verdauung wieder in Schwung? Und welchen Einfluss hat übermäßiges Trinken? Wir haben die wichtigsten Fakten und Irrtümer zum Thema Verstopfung für Sie zusammengefasst.

Bringt Bewegung immer den Darm in Schwung?

Nicht unbedingt. Regelmäßige körperliche Aktivität ist wichtig – wer sich nur wenig bewegt, kann eine Verstopfung begünstigen. Ob eine sportliche Aktivität über das normale, dem Alter entsprechende Maß hinaus allerdings einen Zusatznutzen hat, ist nicht belegt. Bei normaler, regelmäßiger körperlicher Aktivität ist ein Bewegungsmangel als Ursache einer Verstopfung eher auszuschließen.

Kann man durch übermäßiges Trinken die Verdauung ankurbeln?

Nein, das kann man so nicht sagen. Richtig ist: Wer zu wenig trinkt, erhöht das Risiko für eine Verstopfung. Wenn ein Flüssigkeitsmangel hinter der Verstopfung stecken sollte, kann es daher schon helfen, ausreichend Wasser zu trinken. Daher sollten Sie darauf achten, täglich zwischen 1,5 und 2 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Aber: Eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme über die empfohlene Tagesdosis hinaus hat keinerlei positiven Effekte.

Helfen Ballaststoffe wie Backpflaumen und Leinsamen gegen Verstopfung?

Kommt drauf an: Wer zu wenig Ballaststoffe zu sich nimmt, kann eine Verstopfung begünstigen. Bei träger Verdauung können Ballaststoffe daher unterstützend wirken und die Verstopfung manchmal schon beseitigen. Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Stuhl aufquillt und die Darmwand dazu anregt, sich stärker zu bewegen. Zudem erhöht sich der Wasseranteil des Stuhls, was ihn weicher macht. Bei einer schweren Verstopfung führt eine gesteigerte Ballaststoffzufuhr jedoch nicht zwangsläufig zu einer Besserung.

Führt eine starke Verstopfung zur Selbstvergiftung?

Nein. Auch, wenn der Stuhl lange im Körper bleibt, bilden sich keine gefährlichen Giftstoffe!

Sind Frauen häufiger von Verstopfung betroffen als Männer?

Ja. Frauen sind etwa doppelt bis dreifach so oft von einer unregelmäßigen Verdauung betroffen wie Männer. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Gestagen. Vor allem in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit kommt es daher häufiger zu Verdauungsproblemen. Möglicherweise ist diese Schätzung aber etwas verzerrt – denn Frauen such mit Verstopfung auch öfter den Arzt auf als Männer.

Muss man jeden Tag auf Toilette können?

Nein, das ist eine weit verbreitete Fehlannahme. Zwischen dreimal täglich Stuhlgang und dreimal wöchentlich ist alles normal. Erst wenn man seltener auf Toilette muss, sich nur unter Pressen erleichtern kann und der Stuhl hart ist, spricht man von einer Verstopfung.