Durchfall: Häufige Irrtümer: Irrtum 5: Durchfallmittel sind für Kinder nicht geeignet

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. März 2013)

Richtig ist, dass Durchfallmittel für Säuglinge und Kleinkinder nicht zu empfehlen oder sogar nicht zugelassen sind. Dazu zählen Motilitätshemmer (z.B. der Wirkstoff Loperamid) und Adsorbenzien (z.B. Aktivkohle, Pektin, Colestyramin). Ab einem Alter von zwölf Jahren aufwärts dürfen Kinder den Motilitätshemmer Loperamid jedoch einnehmen, sofern die Einnahmedauer und -menge entsprechend der Packungsbeilage erfolgt. Bei Kindern von zwei bis zwölf Jahren kann der Arzt ein solches Präparat verordnen. Wichtig ist bei Kindern vor allem, den durch den Durchfall entstandenen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Daher ist darauf zu achten, dass das Kind genug trinkt. Hilfreich sind spezielle Präparate aus der Apotheke, die die ideale Mischung aus Wasser, Elektrolyten und Zucker enthalten.

Ein kleines Mädchen sitzt auf dem WC. © Jupiterimages/iStockphoto

Da der Wasserhaushalt von Kindern empfindlicher auf den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall reagiert als bei Erwachsenen, sollte man nicht zu lange mit einem Besuch beim Arzt warten. Grobe Anhaltspunkte liefern folgende Zahlen: Bei Babys sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn es innerhalb von 24 Stunden mehr als vier wässrige Stühle absetzt. Bei Kleinkindern ist ein Arztbesuch angesagt, wenn es innerhalb von 24 Stunden zu mehr als sechs wässrigen Stühlen kommt. Bei Schulkindern ist ein Arztbesuch notwendig, wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als acht bis zehn wässrige Stühle gezählt werden. Unabhängig von diesen Werten sollten Sie mit Ihrem Kind umgehend zum Arzt gehen, wenn es einen schwer kranken Eindruck auf Sie macht (z.B. hohes Fieber, stark angespannte Bauchdecke oder Brechdurchfall) oder anders reagiert, als bei bisher durchgemachten Durchfallerkrankungen.