Zika-Virus – Gefahr für Neugeborene?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Januar 2016)

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Seit Oktober 2015 werden aus verschiedenen Ländern in Südamerika, aus der Karibik, aus Ländern im Südpazifik und von den Kapverdischen Inseln vermehrt Infektionen mit dem Zika-Virus gemeldet. Mit einer weiteren Ausbreitung der Infektionen ist zu rechnen, da es in den genannten Gebieten viele Gelbfiebermücken gibt. Diese sind hauptsächlich für die Übertragung des Virus verantwortlich.

Dass das Virus in Deutschland eingeschleppt wird und sich ausbreitet, ist unwahrscheinlich. Jedoch werden Schwangere derzeit davor gewarnt, in betroffene Gebiete zu reisen. Der Grund: Eine Infektion mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft steht unter Verdacht, bei Neugeborenen Mikrozephalie – eine Fehlbildung, die zu einem zu kleinen Kopf führt – und andere Schädel- / Hirn-Fehlbildungen auszulösen. In einigen Regionen in Brasilien und Französisch-Polynesien, in denen zuvor Zika-Virus-Infektionen gemeldet wurden, hatte es einen Anstieg dieser Erkrankungen gegeben. Ein Zusammenhang konnte bislang jedoch nicht bestätigt werden.

Das Zika-Virus ist ein Flavivirus und gehört zur Familie der Flaviviridae. Es trägt seinen Namen, da es erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert wurde.

Bei einer Zika-Virus-Infektion kommt es zu leichtem Fieber, Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Darüber hinaus kann eine nichteitrige Bindehautentzündung auftreten. Das Krankheitsbild erinnert an die Symptome einer milden Dengue- oder Chikungunyavirus-Infektion.

Quellen

Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: Zikavirus: Weitere Ausbreitung und fraglicher Zusammenhang mit Hirn-Fehlbildungen bei Neugeborenen. (Stand: 18.1.2016)

Online-Informationen des Centrums für Reisemedizin: www.crm.de (Stand: 18.1.2016)

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.: www.dtg.org (Stand: 13.1.2016)

Stand: 19. Januar 2016


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