Welt-Tuberkulose-Tag 2017

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (24. März 2017)

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Der 24. März ist Welt-Tuberkulose-Tag! Der Zweck dieses Gedenktags ist es, die Bedeutung der Tuberkulose ins Bewusstsein der Menschen zu rücken – denn obwohl ihre Erreger seit über 130 Jahren bekannt sind und es schon lange wirksame Mittel gegen sie gibt, sterben daran nach wie vor in nur einem Jahr weltweit rund 1,4 Millionen Menschen.

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (Tbc), früher auch Schwindsucht genannt, ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Sie entsteht durch bestimmte Bakterien der Gattung Mycobacterium – am häufigsten durch Mycobacterium tuberculosis. Die Erreger sitzen meist in der Lunge (sog. Lungentuberkulose), können aber auch beispielsweise Lymphknoten, Harnwege, Knochen, Gelenke oder Verdauungsorgane befallen.

Doch nicht jede Infektion macht zwangsläufig krank: Die meisten Infizierten haben eine sogenannte latente tuberkulöse Infektion ohne Beschwerden, bei der sich die Erreger in einer Art Schlummerzustand befinden. Höchstens zehn Prozent der Infizierten entwickeln eine aktive Tuberkulose und brauchen eine gezielte medizinische Behandlung.

Dabei ist  es wichtig, zu unterscheiden, ob es sich um eine offene oder geschlossene Tuberkulose handelt: Denn nur die offene Tbc ist ansteckend.

Wie ist die aktuelle Situation weltweit?

Tuberkulose ist die weltweit tödlichste Infektionskrankheit und gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Situation noch dramatischer werden: Denn die Heilung von Tbc gestaltet sich zunehmend schwierig, weil die verfügbaren Tuberkulosemittel (sog. Antituberkulotika) inzwischen gegen immer mehr Erreger wirkungslos bleiben.

Im Jahr 2015 entwickelten rund 480.000 Menschen weltweit eine sogenannte multiresistente Tuberkulose – das heißt: Die Erreger waren mindestens gegen die zwei eigentlich wirksamsten Antituberkulotika – Isoniazid und Rifampicin – widerstandsfähig (resistent).

Tuberkulose ist äußerst ungleich über den Globus verteilt: Im Jahr 2015 entfielen 60 Prozent aller Tbc-Fälle auf nur sechs Staaten – die meisten auf Indien, gefolgt von Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. Tödlich verläuft die Infektionskrankheit vor allem in Entwicklungsländern mit schlechter medizinischer Versorgung.

Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland?

Auch in Deutschland ist das Ziel, die Tuberkulose auszulöschen, deutlich verfehlt. Zwar traten hierzulande jahrzehntelang stetig immer weniger neue Tbc-Fälle auf, bis im Jahr 2012 der bisherige Tiefststand erreicht war.

Doch seitdem ist Schluss mit der positiven Entwicklung: In den darauffolgenden Jahren haben sich wieder mehr Menschen mit Tuberkulose infiziert. Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 5.915 gemeldete Tbc-Fälle.

Damit ist die positive Entwicklung in Sachen Tuberkulose in Deutschland zum ersten Mal seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht nur ins Stocken geraten, sondern hat sich umgekehrt.

Diagnose Tbc – was bedeutet das für die Betroffenen?

Die Betroffenen haben nach der Diagnose einen langen Weg vor sich: Wer Tbc hat, muss mindestens ein halbes Jahr lang eine Kombination unterschiedlicher Antibiotika einnehmen. Eine offene – also ansteckende – Tuberkulose macht es zudem notwendig, den Erkrankten zu isolieren, um eine Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt heilt die Tuberkulose aber meist folgenlos aus. So ist es allein im Zeitraum zwischen 2000 und 2015 dank der richtigen Diagnose und Therapie von Tbc gelungen, weltweit 49 Millionen Infizierten das Leben zu retten.

Was ist nötig, um Tbc allgemein in den Griff zu bekommen?

Die Behandlungserfolge der letzten Jahre zeigen, wie man Tuberkulose erfolgreich kontrollieren könnte, wenn sich überall Folgendes erreichen ließe:

  • Alle Infektionen so früh wie möglich feststellen,
  • Menschen mit ansteckender Tbc konsequent isolieren und
  • alle Infizierten schnellstmöglich und lange genug mit den richtigen Mitteln behandeln.

Entsprechend lautet das diesjährige Motto zum Welt-Tuberkulose-Tag: Gemeinsam gegen Tuberkulose – denn nur durch gemeinsame globale Anstrengungen kann es gelingen, die Infektionskrankheit nachhaltig in den Griff zu bekommen. Und wer sich für die Menschen einsetzt, die mit Tbc infiziert sind oder ein besonders hohes Infektionsrisiko haben, schützt gleichzeitig auch alle Nicht-Infizierten.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Tuberkulose (Tbc)
Mycobacterium tuberculosis: der Tbc-Erreger
Arzneimittelinformationen zu Tuberkulose

Quellen:

World TB Day 2017: Unite to End TB. Online-Informationen der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO): www.who.int (Abrufdatum: 24.3.2017)

Fact Sheet Nr. 104 der WHO: Tuberculosis. Online-Informationen der WHO: www.who.int (Stand: März 2017)

Welttuberkulosetag 2017: Gemeinsam gegen Tuberkulose. Epidemiologisches Bulletin Nr. 11/12 2017, Robert Koch-Institut, Berlin (Stand: 16.3.2017)

Stand: 24. März 2017



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