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Warum muss man beim Zwiebelschneiden weinen?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (13. Juni 2017)

© iStock

Kaum ist die Zwiebel angeschnitten, geht es auch schon los: Die Tränen fließen – mal mehr, mal weniger. Zum Glück ist der Spuk nach wenigen Minuten vorbei und die Zwiebel kann zu einem leckeren Gericht verarbeitet werden. Aber wieso muss man überhaupt weinen, wenn man eine Zwiebel zerteilt?

Ob gebraten, gebacken oder roh: Den typischen, würzigen Geschmack verdankt das Gemüse verschiedenen Schwefelverbindungen. Genau diese Verbindungen sind es auch, die uns zum Weinen bringen.

In dem Moment, in dem Zellen in der Zwiebel zerstört werden – wie es beim Zwiebelschneiden passiert –, wird ein biochemischer Prozess in Gang gesetzt. Zum einen wird das Enzym Alliinase, zum anderen die schwefelhaltige Substanz Isoalliin freigesetzt. Treffen beide Komponenten aufeinander, spaltet die Alliinase das Isoallin auf. Unter anderem entsteht dabei ein beißendes Gas namens Propanthiol-S-Oxid. Genau dieses Gas reizt die Schleimhäute der Augen. Um das Gas "loszuwerden", reagieren die Augen mit Tränenbildung. 

Propanthiol-S-Oxid zeigt zwar kurzfristig unangenehme Wirkung, gefährlich ist es aber nicht. In der Natur erfüllt es sogar eine wichtige Funktion, denn es schreckt hungrige Tiere ab.

Tipp zum Zwiebelschneiden ohne Tränen
Je weniger Zellen beim Zwiebelschneiden zerstört werden, desto weniger Propanthiol-S-Oxid wird gebildet. Benutzen Sie daher am besten ein besonders scharfes Messer! Manche schwören auch darauf, die Zwiebel vor dem Schneiden samt Messer und Schneidebrett in kaltes Wasser zu tauchen oder sie gleich ganz unter Wasser zu verarbeiten.

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Weitere Informationen

Linktipps:

Forum Ernährung

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Hibbeler, B.: Das Medizin-Rätsel: Wieso weint man beim Zwiebelschneiden? Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, SS 2009, S.3 (2009)

Aktualisiert am: 13. Juni 2017

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