Vergiftungsunfälle bei Kindern – schnelle Hilfe per App

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. September 2016)

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Kinder sind neugierig und stecken sich gerne Dinge in den Mund. Reinigungsmittel, Medikamente oder Giftpflanzen – schnell kann es passieren, dass sie einen Schluck aus dem Haushaltsreiniger nehmen oder Kopfschmerztabletten probieren.

Oft reicht schon ein kurzer unbeaufsichtigter Moment, den das Kind nutzt, sich am Putzmittel oder an Omas bunten Pillen zu bedienen. Leider ist es kaum möglich, solche Situationen 100-prozentig zu verhindern. Am häufigsten entstehen Vergiftungen bei Kindern durch Reinigungsmittel für den Hausputz und Produkte zur Körperpflege. Danach folgen Medikamente und Giftpflanzen.

Im ersten Moment ist der Schreck meist groß und viele Eltern wissen nicht, wie sie sich im Falle einer Vergiftung verhalten sollen. Um Eltern in einer solchen Situation Hilfestellung zu leisten, hat das Bundesministerium für Risikobewertung eine kostenlose App entwickelt. Mit dieser lassen sich Informationen und Erste-Hilfe-Anweisungen bei Vergiftungsunfällen abrufen. Außerdem kann man im Notfall aus der App direkt das für das Bundesland zuständige Giftinformationszentrum anrufen. Darüber hinaus enthält die App praktische Tipps, wie man Haushaltsprodukte und Medikamente sicher lagern kann.

Ist die App einmal installiert, sind alle Informationen jederzeit auch ohne Internetzugang abrufbar.

Trotz App gilt: Im Ernstfall kann diese die ärztliche Beratung nicht ersetzen!

Was tun, wenn das Kind Anzeichen einer Vergiftung zeigt?

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Rufen Sie sofort den Notruf 112 bei
    •    Störung oder Behinderung der Atmung,
    •    Krampfanfall,
    •    starken Schmerzen
    •    Verbrühung oder Verbrennung.
  • Geben Sie Ihrem Kind ein Glas stilles Wasser, Tee oder Saft zu trinken.
  • Lösen Sie kein Erbrechen beim Kind aus.
  • Rufen Sie den für Sie zuständigen Giftnotruf an. Die Nummer für Deutschland finden Sie hier.

Was sollten Sie dem Giftnotruf sagen?

Wenn Sie den Giftnotruf anrufen, sollten Sie ihm folgende Informationen mitteilen:

  • Was und wieviel hat Ihr Kind zu sich genommen?
  • Wie wurde die Substanz eingenommen? Hautkontakt, eingeatmet, geschluckt?
  • Wann ist es passiert?
  • Wie alt ist Ihr Kind?
  • Wie geht es Ihrem Kind? Z.B. Müdigkeit, Erbrechen, Unruhe, Schmerzen?
  • Was haben Sie bereits unternommen? Z.B. Gift entfernt, spülen, trinken?
  • Wer ruft an? Name und Telefonnummer?

Der Giftnotruf wird einschätzen und Ihnen Anweisungen geben, was zu tun ist.

Wichtig: Wenn Sie Ihr Kind in eine Arztpraxis, Rettungsstelle oder Klinik bringen oder den Notdienst verständigen, halten Sie unbedingt Verpackungen, Behälter und / oder die entsprechende Substanz bereit, von der Sie glauben, dass sie für die Vergiftung verantwortlich ist!

App runterladen:

BfR-App: Vergiftungsunfälle bei Kindern

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Quellen

Online-Informationen des Bundesinstitus für Risikobewertung: www.bfr.de (Abrufdatum: 14.9.2016)

Online-Informationen Charité Universitätsklinik Berlin: www.charite.de (Abrufdatum: 14.9.2016)

Stand: 14.9.2016


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