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Spargelzeit – 11 Dinge, die Sie über Spargel wissen sollten

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (20. April 2017)

© iStock

Kaum steht der Frühling vor der Tür, beginnt sie meist auch schon: die Spargelzeit. Viele Menschen lieben Spargel in jeder Form. Denn das weiße oder grüne Stangengemüse lässt sich in vielfältige Gerichte verwandeln.

1. Spargel hat viele Nährstoffe und ist kalorienarm.

In Spargel stecken viele Vitamine und Mineralstoffe, gleichzeitig schlägt das Stangengemüse aber kaum mit Kalorien zu Buche: 100 Gramm Spargel haben nur etwa 18 Kilokalorien beziehungsweise 74 Kilojoule. Durch den hohen Kaliumgehalt wirkt Spargel entwässernd.

Tabelle: Nährstoffe in 100 g Spargel

Nährstoffe Menge
Eiweiß 1,9 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 2 g
Natrium 4 mg
Kalium 203 mg
Calcium 26 mg
Magnesium 18 mg
Phosphor 46 mg
Eisen 0,7 mg
Zink 0,4 mg
Vitamin E 2,1 mg
Vitamin B1 0,11 mg
Vitamin B2 0,11 mg
Niacin 1,0 mg
Vitamin B6 0,06 mg
Folsäure 105 µg
Vitamin C 20 mg

2. Grüner Spargel ist gesünder als weißer Spargel.

Keine Frage, sowohl weißer als auch grüner Spargel sind gesund. Aber grüner Spargel ist einen kleinen Tick gesünder, denn er hat einen etwas höheren Gehalt an Mineralstoffen sowie ein bisschen mehr Vitamin C und Eiweiß.

3. Frischer Spargel quietscht.

Tatsächlich, wer frische Spargelstangen gegeneinander reibt, hört ein quietschendes Geräusch.

Weitere Frischemerkmale sind:

  • eine frische, saftige Anschnittstelle
  • glänzende und rissfreie Spargelstangen
  • geschlossene und feste Spargelköpfe, die bei Druck nicht nachgeben
  • Spargelstangen sind nicht biegsam, sondern brechen leicht

4. Die Handelsklassen sagen beim Spargel nichts über Geschmack aus.

Vorgeschrieben ist eine Auszeichnung von Güteklassen (Handelsklassen) beim Spargel nicht. Doch gerade auf dem Markt findet man weißen Spargel häufig nach Güteklassen sortiert. Wichtig zu wissen: Die Güteklassen haben nur mit dem Aussehen zu tun – also damit, wie dick, wie gerade und wie weiß die Spargelstangen sind. Geschmacklich gesehen sollte es jedoch keinen Unterschied zwischen dicken, geraden Klasse-1-Stangen und dünnem, krummem Spargel geben.

5. Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni.

Wann die Spargelsaison anfängt, kann variieren. Denn wann sich der erste Spargel zeigt, hängt davon ab, wie warm oder kalt das Frühjahr ist. In der Regel endet sie jedoch immer zur gleichen Zeit – traditionell am 24. Juni eines Jahres beziehungsweise am Johannistag. Den letzten Tag der Spargelsaison bezeichnen manche auch als Spargelsilvester. Danach wird das Spargelstechen normalerweise eingestellt, denn damit es im nächsten Jahr wieder Spargel gibt, müssen die Pflanzen sich erholen. Theoretisch könnte man zwar auch über dieses Datum hinaus Spargel ernten, das würde sich jedoch ungünstig auf den Spargelertrag im nächsten Jahr auswirken.

Zum Thema Spargelsaison gibt es entsprechend auch passende Bauernregeln, wie:
„Bis Johanni nicht vergessen, sieben Wochen Spargel essen.“
„Stich den Spargel nie nach Johanni.“
„Kirschen rot, Spargel tot.“

6. Frischen Spargel kann man zwei bis drei Tage aufbewahren.

In ein feuchtes Tuch eingewickelt hält sich frischer Spargel im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage.

7. Weißen Spargel kann man einfrieren.

Wer frischen weißen Spargel nicht in den nächsten Tagen verzehren kann oder viel Spargel übrig hat, kann ihn einfach einfrieren. Vorher sollte man ihn waschen, schälen und das holzige Ende abschneiden. Zum Zubereiten muss er nun nur noch (tiefgefroren) ins kochende Wasser geworfen werden.

8. Grünen Spargel muss man (meist) nicht schälen.

Grüner Spargel macht weniger Arbeit als weißer Spargel, denn man muss ihn meist gar nicht oder kaum schälen. Normalerweise reicht es, das untere holzige Ende abzuschneiden. Sind die Spargelstangen jedoch sehr dick und haben unten eine hellere Farbe als der Rest, sollte man das untere Drittel schälen.

9. Weißer Spargel ist nach 15 bis 25 Minuten Kochzeit gar.

Wie lange weißer Spargel gekocht werden muss, damit er gar ist, hängt von der Dicke der Stangen ab, denn dicker Spargel braucht etwas länger. Je nachdem, was für Spargel man hat, kann die Kochzeit zwischen 15 und 25 Minuten betragen. Grüner Spargel ist schon nach etwa 10 bis 25 Minuten gar.

10. Grüner Spargel wächst über der Erde.

Weißer Spargel ist weiß, weil er bis zum Spargelstechen von Erde bedeckt bleibt beziehungsweise gerade erst die Erde durchbricht und so normalerweise kein Sonnenlicht abbekommt. Grüner Spargel wird dagegen anders gezogen, er wächst nicht unter einer Erdhaube wie weißer Spargel. Dadurch bekommt er wie andere grüne Pflanzen auch Sonnenlicht ab und beginnt grünes Chlorophyll zu bilden, um das Sonnenlicht zur Energiegewinnung nutzen zu können. Im Prinzip würde jeder weiße Spargel zu grünem Spargel, wenn man keinen Erdwall über ihm aufhäufen würde. Für den Massenanbau verwendet man jedoch meist ganz bestimmte Spargelsorten, je nachdem, ob man weißen oder grünen Spargel ernten möchte.

Man sieht grünen Spargel. © iStock

Grüner Spargel bekommt Sonnenlicht ab.

11. Nach dem Spargelessen riecht bei manchen Menschen der Urin anders.

Bei manchen Menschen bekommt der Urin nach dem Genuss von Spargel einen ganz typischen Geruch. Ob das so ist, hängt davon ab, wie der Körper einen speziellen Inhaltsstoff des Spargels verstoffwechselt: die Asparagusinsäure. Je nach Stoffwechselweg entstehen dabei schwefelhaltige, riechbare Abbauprodukte – oder eben nicht. Den typischen Spargelgeruch beim Urin können zudem nicht alle Menschen wahrnehmen.

Weitere Informationen

Linktipps:

Forum Ernährung & Diäten (mit Expertenrat)
Interaktiver Saisonkalender für Obst & Gemüse
Ernährungs-Quiz

Quellen:

Spargel. Online-Informationen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: www.landwirtschaftskammer.de (Abrufdatum: 20.4.2017)

Tipps zur Spargelzeit: Frisch aus der Region auf den Tisch. Online-Informationen der Verbraucherzentrale: www.vzsh.de (Stand: 13.4.2017)

Welbaum, G. E.: Vegetable Production and Practices. Cabi Publishing, Boston 2015

Elmadfa, I., et al.: Die große GU Nähwert-Kalorien-Tabelle. Gräfe und Unzer, München 2015

Heseker, H., et al.: Die Nährwerttabelle. Umschau, Neustadt an der Weinstraße 2010

Mitchel, S. C.: Asparagus, urinary odor, and 1,2-dithiolane-4-carboxylic acid. Perspectives in biology and medicine, Nr. 56, Iss. 3, pp. 341 - 351 (2013)

Pelchat, M. L. et al.: Excretion and perception of a characteristic odor in urine after asparagus ingestion: a psychophysical and genetic study. Chemical senses, Nr. 36, Iss. 1, pp. 9 - 17 (2011)

Stand: 20. April 2017

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