So erleichtern Sie Ihrem Kind das Zahnen!

Veröffentlicht von: Till von Bracht (23. Dezember 2016)

© iStock

Irgendwann ist es bei jedem Baby soweit: Die ersten Zähnchen brechen durch. Der erste Zahn, in der Regel einer der beiden unteren Schneidezähne, zeigt sich meist zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat. Für manche Babys (und somit auch für die Eltern) beginnt mit dem Durchbruch der Zähne eine anstrengende Zeit – denn mitunter kann das Zahnen für die Kleinen sehr unangenehm sein.

Noch bevor sich die ersten kleinen weißen Spitzen im Mundraum zeigen, kann sich der Zahndurchbruch mit Schwellungen, Rötungen und einem schmerzhaften Druck im Kiefer ankündigen. Kleinkinder verstehen natürlich noch nicht, woher das komische Gefühl und die Schmerzen im Mund auf einmal kommen und dass die Beschwerden wieder vorbeigehen. Kein Wunder also, dass viele Babys in dieser Zeit schlechter schlafen, quengelig sind und viel Zuneigung brauchen.

Die gute Nachricht: Sobald das Zähnchen seinen Weg durch das Zahnfleisch gefunden hat, ist erst einmal Ruhe – zumindest bis zum nächsten Zahn.

Gerade wenn die Backenzähne durchbrechen, haben viele Kinder gerötete Wangen. Das kann sich im Liegen noch verstärken, weil der Bereich dann stärker durchblutet ist. Das ist auch der Grund, warum viele Kinder besonders nachts mit Zahnungsproblemen zu kämpfen haben.

Einige Eltern berichten auch davon, dass ihre zahnenden Babys und Kleinkinder gleichzeitig leichtes Fieber und Durchfall haben. Dies lässt sich dadurch erklären, dass sie sich alles in den Mund stecken und es dadurch häufiger zu Infekten kommt. Gleichzeitig ist der Körper durch das Zahnen geschwächt und das Immunsystem anfälliger.

Wann bekommen Babys Zähne?

In den meisten Fällen brechen die ersten Milchzähne zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat durch. Bei vielen Kindern zeigen sich erst unten die beiden vorderen Schneidezähne, dann oben. Es folgen die seitlichen Schneidezähne, dann die vorderen Backenzähne und etwa zwischen dem 16. und 22. Lebensmonat brechen die Eckzähne durch.

Erst wenn die Kinder etwa drei Jahre alt sind, ist die Milchzahnbildung abgeschlossen. Die Kinder haben dann 20 Milchzähne.

Bei vielen Kindern läuft der Zahndurchbruch zwar in ähnlichen Altersabschnitten ab. 100-prozentig vorhersagen lässt sich jedoch nicht, wann die einzelnen Zähne durchbrechen. So kommen manche Babys bereits mit ersten Zähnen auf die Welt, bei anderen zeigt sich der erste Zahn erst mit einem Jahr.

Die Zahnentwicklung bei Kleinkindern. © iStock

Die Zahnentwicklung bei Kleinkindern.

Jedes Kind zahnt anders

Manchmal bemerken Eltern nur durch Zufall, dass ihr Baby zahnt. Zum Beispiel wenn sich der sechs Monate alte Sprössling auf einmal den Zeigefinger der Mutter schnappt – und reinbeißt. Andere Babys hingegen haben bei jedem Zahn mit unangenehmen Zahnungsproblemen zu kämpfen.

Typische Anzeichen fürs Zahnen sind:

  • Das Kind bildet vermehrt Speichel.
  • Das Kind steckt sich gerne Gegenstände oder die Faust in den Mund und kaut darauf herum.
  • Eine Wange ist gerötet und warm, ohne dass das Baby Fieber hat.
  • Das Baby verhält sich unruhig und schläft schlecht.
  • Das Zahnfleisch ist an einer Stelle gerötet, vielleicht schimmert ein Zahn schon durch.
  • Es hat einen wunden Po und dünnen Stuhl oder Durchfall.
  • Manche Babys zeigen einen Ausschlag im Gesicht oder am Bauch.

Typische Anzeichen fürs Zahnen. © iStock

Typische Anzeichen fürs Zahnen.

Wie kann man Zahnungsbeschwerden lindern?

Sehr schmerzhaft ist das Zahnen in der Regel nicht, trotzdem sind viele Kinder in dieser Zeit weinerlicher als sonst. Hier sollte man nicht voreilig zu Medikamenten oder Zahnungsgelen greifen, sondern verständnisvoll auf das Verhalten des Kindes reagieren. Schenken Sie Ihrem Kind jetzt besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit und nehmen Sie sich Zeit für abwechslungsreiche Unternehmungen.

Vielen zahnenden Kindern tut es gut, wenn sie auf einem kühlen feuchten Waschlappen oder auf einem Beißring herumkauen. Unser Tipp: Tränken Sie den Waschlappen vorher in kühlem Kamillentee, dann wirkt er gleichzeitig beruhigend und schmerzlindernd.

Es ist hilfreich, die Beißringe vorher im Kühlschrank zu kühlen: Dann können sie zum einen die Schmerzen lindern, indem sie die betroffene Stelle kühlen. Außerdem wird durch das Kauen ein Druck erzeugt, der den Schmerz mildert.

Vorsicht bei natürlichen Zahnungshilfen wie Bernsteinketten oder Globuli: Eine heilende Wirkung konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Forum Kinderentwicklung & Elternsorgen

Zahnungsprobleme

Quellen:

Praun, M., Gebauer-Sesterhenn, B.: Das große GU Babybuch. Gräfe & Unzer, München 2014

Nase, J., Nase, B.: Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren. Gräfe & Unzer, München 2013

Siebenand, S.: Zahnungsprobleme – Schmerzhafter Durchbruch. Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 37, Govi-Verlag (2006)

Stand: 23. Dezember 2016


Wie lange wurde Ihr Kind gestillt?