Röntgenpass – dokumentiert durchleuchtet!

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (10. August 2017)

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Ohne Röntgenuntersuchungen wäre eine Diagnose oft ungenau oder sogar unmöglich. Allerdings bedeutet jede solche Untersuchung ein gewisses Risiko – ob konventionelle Röntgenaufnahme, Röntgendurchleuchtung oder Computertomographie (CT). Ein Röntgenpass kann helfen, dem gegenzusteuern.

Worin besteht das Strahlenrisiko?

Wenn Röntgenstrahlung menschliches Gewebe durchdringt, kann die dabei abgegebene Energie das Erbgut betroffener Zellen schädigen, was im Extremfall zu Krebs führen kann. Wie hoch genau dieses Risiko ist, lässt sich nur abschätzen: Man geht vorsorglich davon aus, dass das Strahlenrisiko umso höher ist, je höher die Strahlendosis ist. Entsprechend gilt jede strahlenmedizinische Untersuchung als ein zusätzliches – wenn auch geringes – Risiko.

Die gute Nachricht: Die Röntgentechnik macht stetig Fortschritte. Darum hat sich die Strahlendosis, die der Körper bei Röntgenuntersuchungen abbekommt, im Lauf der letzten Jahrzehnte in vielen Fällen verringert.

Trotzdem hat die durchschnittliche Strahlenbelastung der Bevölkerung zugenommen. Der Grund: Es kommen immer öfter Untersuchungsverfahren zum Einsatz, die mit höheren Strahlendosen verbunden sind als konventionelle Röntgenaufnahmen – wie die Computertomographie.

Zudem ordnen Ärzte hin und wieder Röntgenuntersuchungen an, obwohl diese eigentlich unnötig wären. Dabei sind in Deutschland medizinische Röntgenanwendungen hauptverantwortlich für alle zivilisationsbedingten Strahlenbelastungen. Darum empfiehlt es sich, Nutzen und Risiken solcher Verfahren genau gegeneinander abzuwägen: Einer Röntgenuntersuchung sollten Sie sich nur dann unterziehen, wenn der Nutzen daraus für Sie größer ist als das damit verbundene Strahlenrisiko.

Was ist ein Röntgenpass?

Der Röntgenpass hilft, überflüssige Wiederholungsuntersuchungen zu vermeiden. Sie bekommen ihn – ähnlich wie den Impfpass – ausgehändigt, damit Sie ihn bei Bedarf dem Arzt oder Zahnarzt vorlegen können.

Wozu dient der Röntgenpass?

Der Röntgenpass dient dazu, alle durchgeführten Röntgenuntersuchungen zu dokumentieren. Damit können Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt ganz leicht über Ihre früheren Röntgenuntersuchungen informieren. Die Vorteile: Zum einen lassen sich so überflüssige Wiederholungsuntersuchungen vermeiden, sodass Sie kein unnötiges Strahlenrisiko eingehen müssen. Zum anderen kann der Arzt dann einfacher alte Röntgenbefunde anfordern und vergleichen. Dazu ist es natürlich wichtig, dass Sie den Pass auch

  • zu jeder Untersuchung mitbringen,
  • vor der Untersuchung vorlegen und
  • jede Untersuchung in den Pass eintragen lassen.

Woher bekomme ich einen Röntgenpass?

Der Röntgenpass ist kostenlos. Sie können ihn zum Beispiel beim Bundesamt für Strahlenschutz bestellen oder auf dessen Website herunterladen und ausdrucken. Der Pass ist aber auch in jeder radiologischen Praxis erhältlich: Grundsätzlich sind alle Arzt- und Zahnarztpraxen sowie sonstige Einrichtungen, die Röntgenuntersuchungen durchführen, verpflichtet, Röntgenpässe für ihre Patienten bereitzuhalten.

Was steht im Röntgenpass?

In einem korrekt ausgefüllten Röntgenpass sollten Sie die Antworten auf folgende Fragen finden:

  • Welche Einrichtung hat die Untersuchung oder Behandlung durchgeführt?
  • Welche Körperregion wurde untersucht oder behandelt?
  • Wie heißt die angewendete Untersuchung, Untersuchungstechnik oder das angewendete Behandlungsverfahren?
  • An welchem Datum fand die Untersuchung oder Behandlung statt?

Weitere Informationen

Linktipps:

www.bfs.de
Wenn Sie einen Röntgenpass benötigen, können Sie ihn auf der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken.

Quellen:

Online-Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS): www.bfs.de (Abrufdatum: 10.8.2017)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Röntgen: Nutzen und Risiko. Bundesamt für Strahlenschutz, Salzgitter 2015

Aktualisiert am: 10. August 2017



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