Riskanter Alkoholkonsum

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. September 2016)

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Alkohol gehört in unseren Landen quasi dazu: Ob beim Feiern unter Freunden, der Betriebsparty oder einfach zum Feierabend – in Deutschland wird getrunken! Nicht selten täglich in gleichbleibender oder immer mal wieder in größerer Menge. Und damit schneiden wir im internationalen Vergleich schlecht ab.

Denn in Deutschland trinken rund 13 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer Alkohol in riskantem Ausmaß. Die betroffenen Frauen kommen dabei eher aus sozial höheren Schichten und der Konsum ist bei den 50- bis 60-Jährigen am ausgeprägtesten. Bei Männern gibt es keine Unterschiede in der sozialen Verteilung und der Konsum steigt mit zunehmendem Alter an.

Was aber bedeutet riskantes Ausmaß?

Schon das regelmäßige zweite Bier am Abend wird als riskanter Alkoholkonsum eingestuft! Damit verhält es sich folgendermaßen:

  • Als riskanter Alkoholkonsum gilt eine tägliche Menge Reinalkohol, die das Risiko für gesundheitliche Probleme erhöht.
  • Bei Frauen beginnt der riskante Alkoholkonsum bei einer täglichen Menge Reinalkohol von über 10 Gramm.
  • Bei Männern beginnt der riskante Alkoholkonsum bei einer täglichen Menge Reinalkohol von über 20 Gramm.

Was heißt das konkret?

Zu den häufigsten alkoholischen Getränken (Standardgetränke) zählen hierzulande Bier, Wein, Sekt und Schnaps. Diese enthalten unterschiedlich viel Reinalkohol:

  • 0,25 l Bier (4,8% vol.) = 10 g Reinalkohol
  • 0,1 l Wein (11% vol.) = 9 g Reinalkohol
  • 0,1 l Sekt (11% vol.) = 9 g Reinalkohol
  • 0,04 l Schnaps (33% vol.) = 11 g Reinalkohol

Für Frauen ist also ein Standardgetränk pro Abend akzeptabel, für Männer zwei Getränke.

Riskanter Alkoholkonsum

Ein riskanter Alkoholkonsum ist schneller erreicht als gedacht.

Wie wirkt sich riskanter Alkoholkonsum aus?

Der tägliche Pro-Kopf-Konsum von Reinalkohol ist in den letzten Jahren dank zahlreicher Kampagnen gesunken. Dennoch liegt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union immer noch über dem Durchschnitt. Darum ist die Arbeit noch lange nicht getan.

Denn Alkoholkonsum kann zahlreiche unangenehme Folgen haben. Zum einen kann sich aus dem riskanten Alkoholkonsum über den Alkoholmissbrauch und eine Alkoholabhängigkeit eine Alkoholstörung entwickeln. Außerdem beeinflusst Alkohol im Zweifelsfall die Gesundheit sowohl akut (etwa durch Verletzungsgefahr im angetrunkenen Zustand) als auch dauerhaft. Je nach Häufigkeit und / oder Menge kann Alkoholkonsum beispielsweise folgende Probleme nach sich ziehen:

  • Alkoholvergiftung
  • chronische Organ- und Gewebeschäden
  • Bewusstseinsstörungen
  • Koordinationsprobleme
  • gestörte Wahrnehmung und Auffassungsgabe
  • Abhängigkeit
  • Belastung Dritter (z.B. Angehöriger)
  • Gefährdung Dritter (z.B. in angetrunkenem Zustand)

Worauf sollte ich achten?

Um auf der sicheren Seite zu sein, beachten Sie Folgendes:

  • Trinken Sie als Frau nur ein Standardgetränk pro Tag.
  • Trinken Sie als Mann höchstens zwei Standardgetränke pro Tag.
  • Verzichten Sie möglichst an mindestens zwei Tagen in der Woche komplett auf Alkohol.
  • Verzichten Sie darauf, sich zu betrinken.
  • Immer gilt: kein Alkohol in Schwangerschaft und Stillzeit!
  • Verzichten Sie auf Alkohol, wenn Sie Medikamente einnehmen oder gesundheitliche Probleme haben.
  • Kein Alkohol am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr!

Linktipps:

www.kenn-dein-limit.de Kampagne "Kenn dein Limit!"

Quellen:

Lange, C., Manz, K., et al.: Alkoholkonsum von Erwachsenen in Deutschland: Riskante Trinkmengen, Folgen und Maßnahmen. Journal of Health Monitoring. Robert Koch-Institut, Berlin 2016

Stand: 29. September 2016

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