Near-Water-Drinks: Nur fast Wasser!

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (22. August 2017)

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Ob man es nun Near-Water-Drink nennt, Aqua-Plus, Wellness-Getränk oder Fitnessdrink: Die schwach eingefärbten bis farblosen Wasser mit leichtem Frucht- oder Kräutergeschmack halten in der Regel nicht, was sie versprechen.

Was versprechen Near-Water-Getränke?

Near-Water-Drinks sollen laut Aufschrift beleben, erfrischen, eine in der Regel nicht weiter benannte Balance erhalten oder harmonisieren. Erreichen sollen sie dies über ihre Inhaltsstoffe wie verschiedene Kräuter, Ingwer oder Aloe Vera sowie den Zusatz zahlreicher Vitamine.

Was halten Near-Water-Getränke?

Wer genug trinkt, fühlt sich sicherlich belebt. Dafür braucht es aber kein Getränk, das sprichwörtlich nahe am Wasser gebaut ist. Bei den Inhaltsstoffen handelt es sich meist lediglich um Aromen oder Zusätze in wirkungslos kleiner Menge. Zudem basieren die Getränke häufig auf Trinkwasser, das mit Kohlensäure angereichert wurde – anstatt auf natürlichem Mineralwasser, das wichtige Mineralstoffe enthält.

Nicht zuletzt sind Near-Water-Drinks häufig gesüßt, unter anderem mit Fruktose, die schon in geringer Menge Durchfall und Magenprobleme mit sich bringen kann. Durch den Zuckerzusatz überschreiten diese Wasser schnell die Grenze, in der sie noch als kalorienarm bezeichnet werden können, und erhöhen somit ebenso wie andere gesüßte Getränke das Risiko für Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2.

In gewissem Sinne positiv wirkt sich der Zuckerzusatz nur auf die ebenso häufig enthaltene Zitronensäure aus: Beide reagieren zusammen und wirken nun gemeinsam stark zahnschädigend. Auch Konservierungsstoffe finden sich oft in den "Wellness"-Getränken.

All dies schlägt sich letzten Endes im Preis nieder: Near-Water-Drinks sind deutlich teurer als natürliches Mineralwasser.

Worauf sollte man als Verbraucher achten?

Wenn Sie gesund trinken möchten, halten Sie sich an bewährte Vorgaben: Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und Fruchtsaftschorlen im Verhältnis Frucht : Wasser = 1 : 3!

Wenn Sie dennoch nicht auf außergewöhnliche Getränke verzichten möchten, beachten Sie Folgendes:

  • Der Kaloriengehalt sollte pro 250 ml unter 200 kcal liegen.
  • Das Getränk sollte auf natürlichem Mineralwasser basieren.
  • Es sollten nicht nur Aromastoffe, sondern auch echte Saft- bzw. Kräuteranteile enthalten sein.

Alternativ können Sie Ihr eigenes Special-Getränk kreieren: Versetzen Sie natürliches Mineralwasser mit Zusätzen, die Sie besonders gerne mögen. Beliebt sind Kräuter wie Minze oder Zitronenmelisse sowie Fruchtstückchen, die dem Wasser (wenn Sie das Ganze eine Weile ziehen lassen) etwas Farbe und einen angenehmen Geschmack verleihen.

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): www.dge.de (Abrufdatum: 22.8.2017)

foodwatch-Marktstudie: Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert – foodwatch fordert Zucker-Abgabe für Getränke-Hersteller. Online-Pressemitteilung von Foodwatch e.V.: www.foodwatch.de (Stand: 24.8.2016)

Near-Water-Getränke: Teuer, überflüssig und längst nicht immer kalorienarm. Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: www.vzsh.de (Stand: 6.2.2015)

Aktualisiert am: 22. August 2017



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