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Medikamente für Kinder – was bei Erwachsenen hilft, ist nicht automatisch für Kinder geeignet

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Februar 2017)

© iStock

Wenn Kinder krank sind, leiden die Eltern oft mit und sind voll im Einsatz. Nicht immer sind Medikamente notwendig – bei harmlosen Beschwerden reicht es oft schon, sich liebevoll um die Kleinen zu kümmern und einfache Hausmittel wie Tees oder Wärme anzuwenden. Bei manchen Kinderkrankheiten, wie zum Beispiel Infektionen mit Viren oder Bakterien, ist eine Behandlung mit Medikamenten jedoch unter Umständen sinnvoll.  Worauf sollte man achten, wenn man Kindern Medikamente verabreicht?

Bevor Eltern ihren Kindern Medikamente verabreichen, sollten sie sorgfältig abwägen, ob eine medikamentöse Behandlung wirklich notwendig ist. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden.

Vorsicht: Nicht jedes Medikament, das beim Erwachsenen hilft, ist für Kinder geeignet. Im Gegenteil: Die kleinen Patienten reagieren empfindlicher auf Arzneimittel als Erwachsene. Deshalb gibt es oft alternative Präparate, die speziell für Kinder hergestellt werden.

Ein Beispiel: Azetylsalizylsäure, kurz ASS, die oft in der Hausapotheke zu finden ist und gegen Schmerzen hilft, kann bei Kindern in seltenen Fällen zum Reye-Syndrom führen. Diese Erkrankung geht mit schweren bis tödlichen Hirn- und Leberschäden einher.

Auch Arzneimittel auf pflanzlicher Basis sind nicht immer für Kinder geeignet. Ätherische Öle wie Kampfer, Menthol, Cineol, Pfefferminz- oder Eukalytusöl können beispielsweise bei Babys oder Kindern mit Asthma lebensbedrohliche Atemnot verursachen. Um sicherzugehen, befragen Sie diesbezüglich den Arzt.

Damit Medikamente richtig wirken können, ist es wichtig, sie wie vorgeschrieben einzunehmen. Das heißt, Dosierung, Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme sollten genau nach Packungsbeilage beziehungsweise nach Anweisungen des Arztes erfolgen. Damit reduziert man außerdem das Risiko, dass unerwünschte Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten auftreten.

Teilen Sie Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn das Kind an einer anderen akuten Erkrankung leidet und eventuell weitere Medikamente einnimmt. Manche Wirkstoffe helfen zwar bei den akuten Beschwerden, wirken jedoch negativ auf die bereits bestehende Erkrankung. Zudem kann es zu Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Medikamenten kommen, sodass die Aufnahme eines Wirkstoffs durch den anderen blockiert oder seine Wirkung verstärkt wird.

Tipps für Eltern: Medikamenteneinnahme erleichtern

Mitunter ist es gar nicht so leicht, Kindern Medikamente zu verabreichen. Manchmal weigern sie sich, den Mund zu öffnen, spucken Arzneimittel wieder aus oder müssen kurz nach der Einnahme erbrechen. Doch es gibt einige Tipps und Tricks, um Kindern und auch Eltern die Medikamenteneinnahme zu erleichtern:

  • Sprechen Sie bei einer notwendigen Medikamenteneinnahme mit dem Kinderarzt – er kann Sie beraten, ob Sie Arzneimittel gegebenenfalls mit Getränken oder Lebensmitteln zusammen verabreichen können. Dies kann hilfreich sein, um einen unangenehmen Geschmack von Arzneimitteln zu überdecken. Dazu eignen sich zum Beispiel Saft oder Tee. Andere Lebensmittel wie Milch oder Milchprodukte hingegen können die Aufnahme und Wirkung bestimmter Wirkstoffe beeinträchtigen. Vorsicht ist auch bei Grapefruitsaft geboten: Hierin enthaltene Stoffe  können die Wirkung von Arzneimitteln verstärken.
  • Achten  Sie darauf, dass Ihr Kind Medikamente in aufrechter Position zu sich nimmt – zum Beispiel im Sitzen. So verhindern Sie, dass es sich verschluckt.
  • Wärmen Sie Fläschchen mit Nasen- oder Ohrentropfen in der Hand kurz an, bevor Sie sie verabreichen. Dies kann die Anwendung angenehmer für Ihr Kind machen.
  • Wenn Ihr Kind Zäpfchen bekommen muss, kann es helfen, diese kurz in der Hand vorzuwärmen und mit etwas Wasser abzuspülen, damit sie besser gleiten. Auch Vaseline macht das Einführen angenehmer.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Medikamente nehmen muss (sofern es schon alt genug ist, es zu verstehen) und beruhigen Sie es.

Richtig dosieren

Bei Kindern ist es manchmal nicht ganz einfach, Medikamente richtig zu dosieren. Dies gilt besonders für flüssige Arzneimittel. Aufgrund des geringen Körpergewichts kann es leicht passieren, dass Eltern Arzneimittel überdosieren. Auch Angaben im Beipackzettel oder Markierungen auf Dosierhilfen sind nicht immer einleuchtend und können zu Verwirrungen führen. Deshalb macht es Sinn, einige Tipps zu beherzigen, um die richtige Menge an Medikamenten sicherzustellen.

  • Lesen Sie sich den Beipackzettel sorgfältig durch und halten Sie sich an die dort vermerkten Angaben und Anwendungshinweise.
  • Ermitteln Sie entsprechend Alter und Gewicht Ihres Kindes sorgfältig die richtige Menge des Medikaments.
  • Halten Sie sich hinsichtlich von Art und Dauer der Einnahme genau an die Angaben im Beipackzettel. Gerade bei Antibiotika ist es wichtig, den vorgeschriebenen Einnahmezeitraum einzuhalten und die Einnahme nicht vorzeitig zu beenden. Andernfalls können Bakterien zurückbleiben oder Resistenzen entstehen, sodass die Erkrankung erneut ausbricht.
  • Achten Sie darauf, ob das Medikament vor, bei oder nach den Mahlzeiten genommen werden soll. Die meisten Medikamente müssen mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Halten Sie sich auch hier an die Angaben im Beipackzettel.
  • Verwenden Sie, wenn in der Packung vorhanden, Dosierhilfen wie Tropfenzähler, Dosierkappen oder Messbecher. Für Säuglinge eigenen sich spezielle Einmalspritzen aus der Apotheke, um flüssige Medikamente zu verabreichen.
  • Bei Löffelangaben ist es wichtig, zwischen Tee- und Esslöffeln zu unterscheiden. Als Standardmaß für Teelöffel gelten in der Regel fünf Milliliter, für Esslöffel sind es 15 Milliliter.
  • Achten Sie darauf, Medikamente gemäß der Packungsbeilage regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt zu verabreichen. Notieren Sie sich gegebenenfalls, zu welchem Zeitpunkt die letzte Einnahme erfolgt ist.
  • Füllen Sie Tropfen nicht in andere Flaschen um, um eine Veränderung der Tropfengröße zu vermeiden.
  • Nicht alle Tabletten und Kapseln darf man zerkleinern. Vergewissern Sie sich vorab bei Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
  • Wenn Sie eine Medikamentengabe vergessen haben: Behalten Sie die übliche Dosierung bei, wenn Sie das Medikament nachträglich verabreichen. Eine doppelte Dosis ist nicht notwendig

Rezeptfreie Medikamente

  • Nicht alle rezeptfreien Mittel sind für Kinder geeignet. Lesen Sie auch hier sorgfältig den Beipackzettel. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich bezüglich der Verträglichkeit für Kinder und der Dosiermenge unsicher sind (z.B. wenn keine altersbezogene Dosierangabe im Beipackzettel vermerkt ist).
  • Kaufen Sie möglichst nur Medikamente, die Ihr Kind bereits vom Kinderarzt verschrieben bekommen hat. Dies gilt auch für naturheilkundliche Medikamente.

Quellen

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.kindergesundheit-info.de (Abrufdatum: 15.2.2017)

Online-Informationen der Stiftung Warentest: www.test.de (Stand: 27.3.2014)

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformationen.de (Stand: 18.12.2013)

Stand: 15. Februar 2017

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