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Kopfläuse per Selfie: Bei Jugendlichen immer häufiger

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. März 2017)

© iStock

Kopfläuse sind vor allem in Kindergärten und Grundschulen ein Problem. Es zeichnet sich aber ein neuer Trend ab: Beim Knipsen von Selfies bieten besonders Jugendliche den schnellen Krabblern hervorragende Bedingungen, sich ungehindert zu verbreiten. 

Kopfläuse können jeden bekrabbeln, unabhängig davon, ob man sich regelmäßig die Haare wäscht oder nicht. Mit (mangelnder) Hygiene hat ein Befall  nichts zu tun.

Bestimmte Personengruppen bieten den Parasiten aber besonders gute Voraussetzungen, sich möglichst schnell auszubreiten: Läuse können weder hüpfen noch fliegen, dafür aber extrem schnell krabbeln. Sobald zwei Köpfe sich nahe genug kommen, dass die Haare sich berühren, geben die Läuse Gas und wechseln den Wirt.

Besonders Kleinkinder bieten daher eine optimale Voraussetzung für Kopfläuse: Sie stecken beim Spielen häufig die Köpfe zusammen, tauschen Mützen und sind zu jung, um vorbeugende Maßnahmen einzuhalten. Darum sind Kopfläuse besonders in Kindertagesstätten und Grundschulen verbreitet.

Was ist neu?

Im Zeitalter der digitalen Medien und sozialen Netzwerke zeigt sich aber ein ganz neuer Trend: Jugendliche, besonders jugendliche Mädchen, knipsen besonders gerne Selbstporträts (Selfies) mit ihrem Smartphone, bevorzugt gemeinsam mit einer oder mehreren Freundinnen. Während die Köpfe zusammengesteckt, das Lächeln aufgesetzt und der Arm zum Knipsen ausgestreckt wird, hat eine Kopflaus ausreichend Zeit, den Kopf zu wechseln und den Weg zur nächsten Eiablagestelle zu suchen.

Auf dem Kopf angekommen, suchen sie sich einen geeigneten Platz nahe der Kopfhaut und beginnen mit der Eiablage. Die Eier (Nissen) sind extrem widerstandsfähig und lassen sich alleine durch Kämmen und Waschen weder entfernen noch abtöten.

Soll ich also besser auf Selfies verzichten?

Nein, das ist nicht nötig. Es ist aber hilfreich, sich mit dem Thema Kopfläuse zu beschäftigen und die Haare regelmäßig auf die lästigen Krabbler hin zu untersuchen, besonders wenn man häufig mit anderen Menschen die Köpfe zusammensteckt. Sollte sich dann doch einmal eine Laus finden,  ist das kein Weltuntergang – wenn es auch sehr unangenehm (wegen des Juckens) und den meisten betroffenen Menschen einfach peinlich ist, eben weil die meisten es mit mangelnder Hygiene verbinden.

Es ist einfach, Kopfläuse wieder loszuwerden: Wenn Sie feststellen, dass Sie Läuse haben, besorgen Sie sich in der Apotheke rezeptfrei ein spezielles Läusemittel. Sie können sich auch ein Rezept beim Arzt ausstellen lassen. In einigen Fällen kann man das Rezept rückwirkend erhalten und sich das Geld für das Läusemittel in der Apotheke gegen Vorlage der Quittung zurückerstatten lassen. So können Sie die Läuse schnell bekämpfen, ohne vorher auf einen Arzttermin warten zu müssen.

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Linktipps:

Kopfläuse bekämpfen

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 17.3.2017)

Kopfläuse, was tun? Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.bzga.de (Oktober 2014)

Stand: 18. März 2017

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