Hund, Katze, Maus: Welches Haustier ist für Kinder geeignet?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. August 2016)

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Jedes Jahr die gleiche Leier: „Mamaaaa, ich will einen Hund! Oder wenigstens ein Meerschweinchen“. Viele Eltern kennen das ständige Gebettel ihres Nachwuchses nur zu gut – schließlich sind kleinen Welpen vom Nachbarbauernhof doch einfach zuckersüß und so kuschelig. Außerdem spenden sie Trost und leisten immer Gesellschaft.

Auch Marion Dudla vom Deutschen Tierschutzbund sagt: „Prinzipiell ist es zu befürworten, dass Kinder mit Tieren aufwachsen.“ So weiß man aus vielen Studien, dass ein tierischer Freund die persönliche Entwicklung und die soziale Kompetenz Ihres Kindes positiv beeinflussen kann.

Bevor Sie jetzt aber in das nächste Zoogeschäft gehen und für Ihr Kind das langersehnte Haustier kaufen, sollten Sie sich eines bewusst machen: Trotz aller Versprechungen sind es letztendlich oft die Eltern, die bei Wind und Wetter mit dem Hund Gassi gehen oder regelmäßig den Kaninchenstall sauber machen müssen. Ihnen muss klar sein, dass nicht Ihr Kind, sondern Sie die Hauptverantwortung für das Haustier tragen – und zwar über Jahre.

Kein Kind kann für die Pflege und das Wohlergehen eines Tieres alleine verantwortlich sein. Erst ab dem Grundschulalter ist es überhaupt möglich, Kinder bei der Pflege eines Haustieres einzubinden und ihnen kleinere Aufgaben zu übertragen.

Sie als Eltern müssen Ihrem Kind beibringen, dass Haustiere keine Plüschtiere sind, die man den ganzen Tag streicheln, knuddeln und herumtragen kann! Es sind Lebewesen, die ihren eigenen Kopf haben und auch mal ihre Ruhe brauchen.

Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden haben, ein vierbeiniges Familienmitglied anzuschaffen, stellt sich gleich die nächste Frage: Welches Haustier ist das richtige für mein Kind? Darf es der ausgewachsene Rottweiler Brutus aus dem Tierheim sein? Oder vielleicht doch lieber das Zwergkaninchen vom Züchter?
 

Nicht jedes Tier ist für jedes Kindesalter gleichermaßen geeignet

Bei der Wahl des Haustieres gibt es vieles zu beachten: Wer etwa dachte, Hamster und Kaninchen seien die idealen Haustiere – vor allem für jüngere Kinder –, der irrt! Hamster sind nachtaktive Einzelgänger, die überhaupt nicht kuscheln wollen. Auch Kaninchen legen meist nicht sonderlich großen Wert darauf, gekuschelt zu werden. Sie brauchen viel Platz und die Gesellschaft von Artgenossen.

Exotische Reptilien, wie etwa Schlangen, Geckos, Chamäleons und Bartagamen, können die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern gefährden! Denn was viele nicht wissen: Die meisten Reptilien sind Träger und Ausscheider von Salmonellen. Diese Bakterien können bei Kleinkindern und Babys eine Magen-Darm-Entzündung mit Brechdurchfall verursachen – die sogenannte Salmonellose.

Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts lautet deshalb: In einem Haushalt mit Kindern unter fünf Jahren sollten generell keine Reptilien gehalten werden!

Quellen:

Kinder und Tiere. Sicher geht das! Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (Stand: Juni 2015)

Sicherheitsregeln im Umgang mit Tieren. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: 07.01.2014)

Epidemiologisches Bulletin Nr. 9/2013: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Robert Koch-Institut, Berlin (4.3.2013)

Stand: 26. August 2016


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