Kinder und Medien: Wie viel, wie lange und was?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. August 2016)

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Kinder wachsen heutzutage mit Medien auf – Laptops, PCs und Smartphones sind überall dabei und üben auf die Kleinsten oft eine große Anziehungskraft aus.

Wie Apps, Spiele oder das Internet allgemein funktionieren, muss man Kindern meistens nicht beibringen – durch Ausprobieren und Nachahmen kommen sie schnell von selbst dahinter, wie es geht. Was Kinder hingegen nicht ohne Hilfe lernen, ist das, was Fachleute Medienkompetenz nennen. Dahinter steckt die Fähigkeit, Inhalte aus verschiedenen Medien zu filtern, zu verstehen und zu bewerten.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass Kinder lernen müssen,

  • aus der großen Masse an Medienangeboten Sinnvolles herauszufiltern,
  • die Inhalte zu verstehen und einzuordnen,
  • Medienangebote und Werbung zu hinterfragen und kritisch beurteilen zu können,
  • verantwortungsbewusst und den eigenen Bedürfnissen entsprechend mit Medien umzugehen.

Um dies zu lernen, brauchen Kinder die Unterstützung von Eltern und anderen Erwachsenen.

Klare Regeln

Das große Angebot an Computerspielen, Fernsehsendungen oder Onlinemedien kann ein Kind schnell überfordern. Deshalb ist es in der Medienerziehung zunächst wichtig, klare Regeln aufzustellen und festzulegen, welche Medien und wie lange ein Kind Medien nutzen darf. Nach und nach können Sie Ihr Kind dann in die Auswahl von Spielen und Sendungen miteinbeziehen, damit es lernt, eigenständig und verantwortungsbewusst damit umzugehen. Achten Sie dabei auch darauf, dass neben den faszinierenden Medienangeboten andere Beschäftigungen nicht in Vergessenheit geraten.

Individuelle Mediennutzung

Jedes Kind ist anders – deshalb gibt es keine strikten Vorgaben, wie und in was für einem Umfang Kinder Medien nutzen sollten. Wichtig ist, dass Eltern und andere Bezugspersonen dabei Entwicklungsstand, bereits gemachte Medienerfahrungen und die aktuelle Lebenssituation berücksichtigen.

Eine grobe Orientierung für die Mediennutzung bietet die sogenannte „3-6-9-12“-Regel mit den Richtwerten:

  • Keine Bildschirmmedien unter 3 Jahren
  • Keine eigene Spielekonsole vor 6 Jahren
  • Kein Handy oder Smartphone vor 9 Jahren
  • Keine unbeaufsichtigte Computer-/Internetnutzung vor 12 Jahren

Neugierde nutzen, Interesse zeigen

Medien laufen Ihren Kindern im Alltag ständig über den Weg. Bieten Sie ihnen die Möglichkeit, diese gemeinsam mit Ihnen zu entdecken. Oft sind Kinder von sich aus neugierig – nutzen Sie diese Neugierde, um Ihrem Kind den Umgang mit Tablet, Smartphone und Co. näherzubringen und lassen sie es an Ihren eigenen Aktivitäten diesbezüglich teilhaben.

Umgekehrt können Sie sich ebenfalls von Ihren Kindern zeigen lassen, was für Spiele oder Sendungen im Fernsehen sie mögen. So finden Sie einerseits heraus, wofür sich Ihr Nachwuchs interessiert, andererseits können Sie sich äußern, wenn Ihnen etwas nicht zusagt und erklären, warum das so ist. Dadurch unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Medienangebote kritisch zu hinterfragen und zu bewerten.

Vorbild sein

Wie in vielen Dingen ist es auch in der Medienerziehung wichtig, den Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Denn: Kinder beobachten, was sich die Eltern im Fernsehen oder Internet anschauen und in welchem Maße sie Medien nutzen. Auch dies fließt in ihre eigene Bewertung und Nutzung von Medien ein. Deshalb gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Quellen:

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: 30.4.2015)

Stand: 3. August 2016


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