5 Gründe, warum Haustiere gesund sind

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (04. Dezember 2017)

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Tierhalter wissen es längst: Haustiere können dem Menschen guttun. Und auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Zusammenleben von Mensch und Tier gut für die menschliche Gesundheit ist. Fünf Gründe dafür stellen wir Ihnen nun vor.

1. Wer ein Haustier hat, kommt leichter mit anderen Menschen zusammen

Was unterscheidet das Wartezimmer eines Humanmediziners von dem eines Tierarztes? Beim Tierarzt kommen die Wartenden viel schneller miteinander ins Gespräch! Denn Haustiere können soziale Beziehungen zwischen Menschen vermitteln. So haben Haustierbesitzer beispielsweise deutlich bessere Chancen, ihre Nachbarn kennenzulernen, als Menschen ohne Haustier. Dadurch erhalten sie auch eher Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld – zum Beispiel in Form von emotionalem Beistand oder praktischer Nachbarschaftshilfe.

Vor allem Hundehaltung kann nachweislich gesellschaftlicher Vereinsamung entgegenwirken und so das Wohlbefinden verbessern – das gilt besonders für alleinstehende und ältere Menschen. Da gesellschaftliche Vereinsamung psychisch krank machen kann, können Haustiere also einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer gesunden Nachbarschaft leisten.

In einem Café reden und lachen eine jüngere Frau mit Hund und eine ältere Frau miteinander. © iStock

Über Tiere kommen viele Menschen leichter mit Fremden ins Gespräch. Daraus können sich auch nachhaltigere Kontakte entwickeln. Tierhaltung kann also Vereinsamung entgegenwirken.

2. Wer einen Hund hat, ist seltener übergewichtig

Von allen Haustieren scheinen Hunde ihre Halter am meisten auf Trab zu halten: Es hat sich immer wieder gezeigt, dass vor allem Hundebesitzer sich mehr bewegen und auch mehr Zeit im Freien verbringen. Darum erreichen sie eher das empfohlene Maß an körperlicher Aktivität als Menschen ohne Hunde.

Entsprechend scheinen Menschen, die regelmäßig mit ihrem Hund Gassi gehen, seltener Übergewicht zu haben als andere Haustierbesitzer.

Ein Paar geht an einem Herbsttag mit einem Hund spazieren. © iStock

Wer regelmäßig bei Wind und Wetter mit seinem Hund Gassi geht, tut auch etwas für seine Figur.

3. Wer ein Haustier hat, reagiert besser auf Stress

Laut einigen Studien könnte Haustierhaltung auch mit einem geringeren Stresslevel und niedrigem Blutdruck im Zusammenhang stehen.

So scheint sich Hundehaltung positiv auf das vegetative Nervensystem auszuwirken: Bei Hundehaltern zeigt der Parasympathikus eine erhöhte Aktivität, während die Aktivität des Sympathikus verringert ist. Somit fällt bei Hundehaltern die Reaktion auf Stress eher geringer aus.

Die Wirkung von Sympathikus und Parasympathikus auf verschiedene Organe

Organ Sympathikus Parasympathikus
Herz Herzfrequenz steigt, Herzkranzgefäße weiten sich Herzfrequenz sinkt, Herzkranzgefäße verengen sich
Blutgefäße Verengung Erweiterung
Blutdruck Steigt (durch die Verengung der Blutgefäße) Sinkt (durch die Erweiterung der Blutgefäße)
Lunge Entspannung: die Bronchien erweitern sich Kontraktion: die Bronchien verengen sich
Magen/Darm Verdauung wird gehemmt Verdauung wird gefördert
Niere verminderte Harnausscheidung (Antidiurese) Harnausscheidung (Diurese)
Auge Pupillen weiten sich Pupillen verengen sich
Harnblase Harnverhalten Harnentleerung

Wenn der Blutdruck infolge einer Anstrengung ansteigt, normalisieren sich die Blutdruckwerte bei Hundehaltern wohl auch schneller wieder.

4. Wer ein Haustier hat, muss seltener zum Arzt

Eine Langzeitstudie aus Deutschland und Australien zeigte: Ausgehend vom selben Gesundheitszustand müssen Haustierhalter nach fünf Jahre seltener zum Arzt als diejenigen ohne Haustiere. Wer während des gesamten Zeitraums ein Haustier hatte, machte die wenigsten Arztbesuche.

Daraus lässt sich schließen, dass die gesündeste Bevölkerungsgruppe aus Tierhaltern besteht, die seit mindestens fünf Jahren ein Tier besitzen.

5. Wer ein Haustier hat, lebt länger

Und das liegt in erster Linie am gesünderen Herz-Kreislauf-System: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Haupttodesursachen weltweit. Im Jahr 2016 waren sie in Europa für 45 Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

Warum Tierhalter seltener Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, verraten schon die oben genannten Punkte: Stress (auch z.B. durch gesellschaftliche Isolation, Depression, Einsamkeit), hoher Blutdruck und Bewegungsmangel erhöhen bekanntermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei vielen Haustierhaltern sind diese Risikofaktoren jedoch geringer ausgeprägt.

Die Folge zeigt beispielsweise eine schwedische Studie mit Datensätzen von über 3,4 Millionen Personen: Danach ist Hundehaltung bei Alleinstehenden mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und allgemein mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden.

Andere Forscher wiesen einen ähnlichen Effekt für Katzenbesitzer nach: Wer eine Katze als Haustier hält, hat ein deutlich geringeres Herzinfarkt-Risiko und ein leicht geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, als Menschen ohne Katze.

Fazit

Von welchem Haustier der Mensch wie gesundheitlich profitiert, hängt wohl vom jeweiligen Fall ab:

  • Ältere sowie schüchterne oder einsame Menschen haben vielleicht am meisten von der Gesellschaft der Tiere oder den sozialen Kontakten, die sich durch die Tierhaltung ergeben.
  • Auf gestresste Menschen wirkt der Umgang mit Tieren entspannend und eventuell auch blutdrucksenkend.
  • Wer sich im Alltag ansonsten eher wenig bewegen würde, für den ist regelmäßiges Gassigehen mit einem Hund ein Plus für die Gesundheit.
  • Und wenn Kinder und Jugendliche mit Haustieren aufwachsen, kann das eventuell ihr Immunsystem stärken. Ein weiterer Vorteil: Kinder lernen durch die Haustierhaltung, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Bildergalerie: Welche Haustiere sind für Kinder geeignet?

Übrigens: Die meisten Studien zur Auswirkung von Haustierhaltung wurden zwar mit Hunden oder Katzen durchgeführt. Doch auch andere Tiere können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So ist beispielsweise nachgewiesen, dass die Haltung von Ziegen, Fischen und Schlangen stresssenkend wirken kann.

Weitere Informationen

Quellen:

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Levine, G.N., Allen, K., et al.: Pet Ownership and Cardiovascular Risk. A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation, Vol. 127, Iss. 23, pp. 2353–2363 (11.6.2013)

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Headey, B., Grabka, M.M.: Pets and Human Health in Germany and Australia: National Longitudinal Results. Social Indicators Research, Vol. 80, Iss. 2, pp. 297–311 (Januar 2007)



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