Gefahr durch Luftverschmutzung: So tödlich sind Feinstaub, Stickoxide & Co. wirklich!

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. August 2017)

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In einigen Ländern ist die Luftverschmutzung so hoch, dass die Menschen dort nur noch mit Atemmaske auf die Straße gehen. Feinstaub, Stickoxide und Ozon können auf Dauer krank machen. Die Diesel-Diskussion hat die Debatte befeuert. Wo ist die Luft eigentlich besonders schlecht?

Wer wissen möchte, in welchen Teilen der Erde die Luftverschmutzung besonders hoch ist, kann dies einfach im Internet nachsehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine interaktive Karte veröffentlicht, die die weltweite Feinstaubbelastung anzeigt.

Wie man auf der Luftverschmutzungskarte ablesen kann, sind asiatische Großstädte und Teile Nordafrikas besonders belastet. Dort liegt die Feinstaubbelastung teilweise weit über den Grenzwerten den WHO. In Deutschland hingegen hält sich die Feinstaubbelastung meist noch im Rahmen – abgesehen von den Ballungsgebieten. Inwieweit in deutschen Großstädten die Grenzwerte überschritten werden, wird im Zuge des Skandals um gefälschte Diesel-Abgaswerte aktuell heftig diskutiert.

Das Bild zeigt die Feinstaubbelastung auf der Welt. © iStock

Vor allem asiatische Großstädte und Teile Nordafrikas sind von Feinstaub belastet. In Asien stecken vor allem Autoabgase dahinter, in Nordafrika wird die Feinstaubbelastung auch durch den Saharastaub beeinflusst.

Was Stickoxide betrifft, sieht es allerdings auch hierzulande teilweise alarmierend aus: Die EU-Grenzwerte für Stickoxide werden in Großstädten immer wieder deutlich überschritten, vor allem in

  • Stuttgart,
  • München,
  • Köln,
  • Kiel,
  • Heilbronn,
  • Hamburg und
  • Darmstadt.

An wie vielen Tagen im Jahr 2016 der PM2,5-Grenzwert für Feinstaub in Ihrer Region überschritten wurde, können Sie der Übersicht des Umweltbundesamtes entnehmen.

Was ist Feinstaub?

Feinstaub besteht aus winzigen Partikeln in der Luft. Die WHO unterteilt den Feinstaub (engl. "Particulate Matter", abgekürzt "PM") in zwei Größenklassen: PM2,5 und PM10, mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 beziehungsweise 10 Mikrometern. Ein Mikrometer entspricht einem tausendstel Millimeter.

Feinstaub entsteht unter anderem durch Autoabgase, Reifenabrieb, bei der Metall- und Stahlerzeugung oder durch Abgase von Industrie-, Kraftwerks- oder Heizungsanlagen.

Schlechte Luft macht krank!

Mit jedem Atemzug gelangen Gase wie Stickstoffdioxid, Ozon und eine große Anzahl von feinen Partikeln in unsere Atemwege. Je kleiner die Teilchen sind, desto tiefer dringen sie in die Lunge ein. Die Partikel lagern sich dann in den Bronchien und Lungenbläschen ab – teilweise schaffen es die ultrafeinen Schadstoffe sogar bis in den Blutkreislauf.

Und das hat Folgen: Durch die hohe Schadstoffbelastung steigt das Risiko von

Luftverschmutzung kann ernsthafte Folgen für die menschliche Gesundheit haben.

Luftverschmutzung kann ernsthafte Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Angefangen von Kopfschmerzen und Angstgefühlen, die von Stickoxiden ausgelöst werden können, bis hin zu Lungenkrebs oder Herzinfarkt.

Weltweit sterben laut WHO-Bericht jährlich mehr als drei Millionen Menschen vorzeitig an Folgen der Luftverschmutzung – Tendenz steigend. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes sorgen Feinstaub und Stickoxide allein in Deutschland für weit mehr als 50.000 Todesfälle im Jahr.

Um die Luftverschmutzung zu verringern, gibt es seit dem 1. Juni 2016 in Deutschland 54 Umweltzonen. Das sind Gebiete, in denen nur Fahrzeuge fahren dürfen, die bestimmte Abgasstandards einhalten. Man erkennt die Autos an der grünen Plakette vorne an der Windschutzscheibe.

Mit Erfolg: Wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz bekannt gab, konnte dank der Umweltzonen der Ausstoß gesundheitsgefährdender Schadstoffe in Berlin erheblich verringert werden. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sind Elektroautos, die die Luftverschmutzung deutlich verringern können (sofern man beim Aufladen auf erneuerbare Energien setzt).

Linktipps:

Interaktive Verschmutzungskarte der WHO

Quellen:

Luftverschmutzung macht krank. Online-Informationen der Bundesregierung: www.bundesregierung.de (Abrufdatum: 24.8.2017)

Feinstaub. Online-Informationen des Umweltbundesamts: www.umweltbundesamt.de (Abrufdatum: 24.8.2017)

Online-Informationen der European Environment Agency: www.eea.europa.eu (Stand: 2016)

Ein Jahr Umweltzone Stufe 2 in Berlin: Untersuchungen zur Wirkung auf den Schadstoffausstoß des Straßenverkehrs und die Luftqualität in Berlin. Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (Stand: Juni 2011)

Aktualisiert am: 24. August 2017



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