Fliegen mit Baby – richtig vorbereitet kein Problem!

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (16. Juni 2017)

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In den Urlaub fliegen – auch mit Baby möchten viele Eltern nicht darauf verzichten. Doch eine Flugreise kann für Babys eine große Herausforderung sein: Die Abweichung vom gewohnten Tagesablauf, die Lärmkulisse, die Druck- und Luftverhältnisse an Bord … kein Wunder, dass so manches Baby im Flugzeug viel schreit. Mit folgenden Tipps stehen die Chancen aber gut, dass der nächste Flug für alle Beteiligten ein entspanntes Erlebnis wird.

Tipps für die Reisevorbereitung

Darf mein Baby überhaupt fliegen? Diese Frage muss natürlich als Allererstes geklärt werden. Grundsätzlich gilt: Aus medizinischer Sicht sind kürzere Flugreisen (max. 3–4 Std.) für gesunde Säuglinge ab dem dritten Lebensmonat unbedenklich.

Anders sieht es aus, wenn das Baby Gesundheitsprobleme hat – zum Beispiel einen angeborenen Herzfehler: In dem Fall sollten Sie sich vor dem ersten Urlaub unbedingt an einen Kinderarzt wenden, um die Gesundheitsrisiken beurteilen zu lassen und zu entscheiden, ob eine Flugreise infrage kommt.

Buchung

Ein Tipp vorweg: Viele Fluggesellschaften bieten für Familien mit Babys besondere Services an. Informieren Sie sich vor der Buchung über die verschiedenen Angebote!

Bei der Buchung empfiehlt es sich, frühzeitig einen speziellen Babyplatz im Flugzeug zu reservieren. Solche Plätze bietet jede Fluglinie an. Sie befinden sich in der jeweils ersten Reihe hinter den Kabinentrennwänden: Dort sind eigens für Babys Tragetaschen an der Vorderwand angebracht. Zudem herrscht dort mehr Beinfreiheit und Ihr Baby darf während des Flugs auf dem Boden spielen und herumkrabbeln.

Alternativ können Sie auch ein eigenes Kinderrückhaltesystem (also einen Baby- oder Kindersitz) mitbringen, das dann mit dem Sicherheitsgurt auf einem Fluggastsitz befestigt wird. Diesen Sitzplatz müssen Sie allerdings zum Kindertarif extra buchen. Erkundigen Sie sich bei der Buchung danach,

  • welche Möglichkeiten des Babytransports es gibt,
  • wie viel sie kosten und
  • welche Babysitzmodelle für die Flugreise zugelassen sind.

Einchecken am Vortag

Gerade bei einer Flugreise mit Baby ist es ratsam, schon am Vortag des Fluges einzuchecken: Dann ist nicht nur die Sitzauswahl größer, sondern Sie vermeiden auch die oft lange Wartezeit am Schalter. Stattdessen können Sie am Flugtag ganz entspannt mit Kind und Kegel direkt zur Sicherheitskontrolle und weiter zum Gate gehen.

Baby am Flughafen © iStock

Ersparen Sie sich und Ihrem Baby die oft langwierige Check-in-Prozedur am Tag der Abreise und checken Sie schon am Vortag ein – das erleichtert den Start in den Urlaub!

Bordgepäck

Um für unvorhergesehene Wartezeiten gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, genug Essen und Trinken für Ihr Baby mit an Bord zu nehmen. Auch Windeln, Feucht- und Reinigungstücher gehören ins Bordgepäck. Denn die meisten Fluglinien halten nur auf Langstreckenfliegern einen kleinen Vorrat für den Notfall bereit.

Babykleidung

Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regeln. Darum planen Sie für den Flug am besten Babykleidung ein, die sich – nach dem Zwiebelschalenprinzip – in mehreren dünnen Schichten übereinander tragen lässt. Dann können Sie Ihr Baby unterwegs ganz leicht dicker oder dünner anziehen: So muss es weder an Bord des Flugzeugs frieren noch bei der Ankunft am Reiseziel schwitzen.

Nehmen Sie auch eine Babymütze für den Flug mit: Die Mütze schützt Ihr Baby vor der kalten Klimaanlage und verhindert zudem, dass es durch die trockene Luft an Bord Flüssigkeit über seinen Kopf verdunstet.

Tipps für die Zeit am Flughafen

Pre-Boarding

Um Flugreisen möglichst familienfreundlich zu gestalten, lassen Fluglinien Eltern mit kleinen Kindern üblicherweise vor den anderen Passagieren an Bord gehen. Überlegen Sie jedoch, ob dieses sogenannte Pre-Boarding für Sie und Ihr Baby wirklich von Vorteil ist: Denn wenn sich die Wartezeit bis zum Start im engen Flugzeug unerwartet verzögert, kann das auch unangenehm werden.

Eine gute Lösung: Ein Elternteil nutzt das Pre-Boarding und verstaut schon mal das Handgepäck, der andere Elternteil kommt erst ganz zum Schluss mit dem Baby an Bord, wenn schon alles vorbereitet ist und es bald losgeht.

Kinderwagen

Die langen Wege und Wartezeiten im Flughafen sind oft sehr ermüdend – Abhilfe schafft da ein Kinderwagen oder Buggy, in dem Ihr Baby schlafen kann. Manche Fluglinien bieten für die Zeit vor dem Abflug auch Leihbuggys an – dann können Sie den eigenen Kinderwagen mit Ihrem restlichen Gepäck aufgeben. Alternativ können Sie Ihren Kinderwagen mit ans Flugzeug nehmen und erst beim Einsteigen abgeben. Je nach Fluglinie bekommen Sie ihn dann entweder direkt beim Aussteigen oder mit den restlichen Gepäckstücken über das Gepäckausgabeband zurück.

Baby im Kinderwagen © iStock

Im Kinderwagen kann Ihr Baby den ganzen Trubel am Flughafen einfach verschlafen.

Tipps für die Zeit an Bord

Druckausgleich

Vor allem beim Starten und Landen entsteht durch die schnelle Höhenveränderung ein unangenehmer Druck auf den Ohren – bis hin zu Ohrenschmerzen. Erwachsene und ältere Kinder können dann selbst für den nötigen Druckausgleich sorgen: durch Schlucken, Gähnen, Kauen und das sogenannte Valsalva-Manöver, bei dem man gegen die zugehaltene Nase bei geschlossenem Mund Druck ausübt. Ein Baby ist dem aber hilflos ausgeliefert – Sie müssen ihm also beim Druckausgleich helfen.

Dazu sorgen Sie am besten dafür, dass Ihr Baby in der Start- und Landephase wach ist. Dann können Sie es zum Beispiel am Schnuller nuckeln lassen, stillen oder füttern: Denn die Schluckbewegungen fördern den Druckausgleich im Mittelohr. Abschwellende Nasentropfen können zusätzlich helfen – beraten Sie sich darüber vorab mit Ihrem Kinderarzt.

Flüssigkeitsausgleich

Die Luft in der Flugzeugkabine ist sehr trocken, was zu Flüssigkeitsverlust führt. Um diesen auszugleichen, geben Sie Ihrem Kind regelmäßig zu trinken. Steriles Wasser für das Fläschchen bekommen Sie an Bord. Sie können an Ihr Baby übrigens auch bedenkenlos ein Brei- oder Gemüsegläschen verfüttern, ohne es vorher aufgewärmt zu haben. Das Bordpersonal wird eine kleine Breimahlzeit oder einen Tee aber sicherlich auch gerne für Sie aufwärmen.

Windeln wechseln

Volle Windeln machen sich an Bord schnell unangenehm bemerkbar. Und auch das Wickeln in der normalen Bordtoilette ist kein großes Vergnügen. Egal, ob Sie "nur" Economy gebucht haben – fragen Sie die Flugbegleiter, ob Sie Ihr Baby in der Toilette der Business-Class wickeln können: Dort haben Sie mehr Platz, was das Wechseln der Windeln deutlich erleichtert.

Und was ist mit der Strahlenbelastung an Bord?

Flugzeuge sind oft in Höhen und geografischen Breiten unterwegs, in denen der Körper deutlich mehr Strahlung abbekommt als an der Erdoberfläche. Für Menschen, die nur gelegentlich fliegen, ist diese zusätzliche Strahlenbelastung jedoch sehr gering und gesundheitlich unbedenklich – das gilt auch für Schwangere, Babys und Kleinkinder.

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Quellen:

Höhenstrahlung beim Fliegen. Online-Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz: www.bfs.de (Stand: 6.5.2017)

Gesundheitsrisiko Fliegen: Wann man lieber unten bleibt. Pharmazeutische Zeitung online (21.04.2016)

PaedNetz Bayern e.V. (Hrsg.): Baby-Kompass Bayern, 6. Auflage (Dezember 2015)

Fliegen: Druckausgleich gelingt wachen Kleinkindern leichter. Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V. (Hrsg.): www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: 27.5.2009)


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