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FAQ Bluthochdruck – häufige Fragen und Antworten

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (17. Mai 2017)

© iStock

Bluthochdruck ist weit verbreitet: Allein in Deutschland haben etwa 20 bis 30 Millionen Menschen zu hohe Blutdruckwerte. Mit der richtigen Behandlung stehen die Chancen gut, den Blutdruck ausreichend zu senken. Doch manche Betroffenen wissen gar nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist, oder ignorieren ihre Erkrankung. Das kann schlimme Folgen haben. Welche das sind und was Sie dagegen tun können, verraten die nachfolgenden Fragen und Antworten.

1. Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der in den Arterien – also in den Blutgefäßen, die das Blut vom Herzen weg befördern – dauerhaft ein zu hoher Druck herrscht. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als arterielle Hypertonie.

2. Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Die Maßeinheit für den Blutdruck lautet Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Bei der Blutdruckmessung erfasst man stets zwei Werte: Als Erstes gibt man den höheren (systolischen) Wert an, als Zweites den niedrigeren (diastolischen) Wert. Ein Bluthochdruck besteht, wenn

  • der systolische Wert über 140 mmHg liegt oder
  • der diastolische Wert über 90 mmHg liegt oder
  • beide Blutdruckwerte erhöht sind.

3. Was ist so schlimm an Bluthochdruck?

Es kann zwar lange dauern, bis sich ein Bluthochdruck bemerkbar macht. Ist der Blutdruck über einen längeren Zeitraum zu hoch, kann er jedoch die Blutgefäße sowie verschiedene Organe (z.B. Herz, Gehirn, Augen, Nieren) stark schädigen. Zu den möglichen Folgen gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die hierzulande zu den häufigsten Todesursachen zählen. Würde Bluthochdruck immer frühzeitig erfolgreich behandelt, würde sich die Anzahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle halbieren!

4. Warum haben manche Menschen Bluthochdruck?

Nur jeder zehnte Fall von Bluthochdruck ist auf eine direkte erkennbare Ursache zurückzuführen – zum Beispiel auf eine organische Erkrankung (wie Gefäß-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen) oder auf bestimmte Medikamente (wie Hormonpräparate). Dann liegt eine sogenannte sekundäre Hypertonie vor.

In den meisten Fällen ist keine direkte Ursache für den Bluthochdruck feststellbar. Denn die Regulierung des Blutdrucks ist ein sehr komplexer Vorgang, an dem verschiedene biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefäße und das Nervensystem beteiligt sind. Wie dieser Vorgang genau abläuft, ist noch nicht vollständig geklärt. Darum können Ärzte auch nicht sagen, wo genau die ursächliche Störung liegt. Diese Form von Bluthochdruck heißt primäre oder essentielle Hypertonie.

Es ist allerdings bekannt, dass bestimmte Risikofaktoren für die Entstehung von Bluthochdruck (mit)verantwortlich sind. Neben erblicher Veranlagung spielt hier der persönliche Lebensstil eine wichtige Rolle – vor allem:

5. Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?

Um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren, sind mehrere Blutdruckmessungen (mindestens drei) an zwei verschiedenen Tagen notwendig. Auch die Blutdruckwerte, die man selbst zu Hause gemessen hat, können in die Beurteilung mit einfließen. Denn bei manchen Menschen schießt der Blutdruck in die Höhe, wenn ein Arzt die Messung vornimmt (sog. Weißkittel-Effekt).

Ergeben mehrere Messungen zu hohe Werte, gilt der Blutdruck als erhöht – auch, wenn nur einer der beiden Werte (der systolische oder der diastolische Wert) erhöht ist.

Tipp: Bei der ersten Messung ist es ratsam, den Blutdruck an beiden Armen zu messen, da er manchmal nur auf einer Seite erhöht ist. In dem Fall ist nur das höhere Messergebnis zu berücksichtigen. Bei den nachfolgenden Messungen reicht es dann aus, den Blutdruck nur noch an dem Arm mit den höheren Werten zu messen.

Um die Diagnose abzusichern, bietet sich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung an. Alle Werte zusammen zeigen, ob ein Bluthochdruck vorliegt und wie ausgeprägt er ist.

6. Was kann ich selbst gegen Bluthochdruck tun?

Eine Menge! Denn eine gesunde Lebensweise ist das wichtigste und wirksamste Mittel gegen Bluthochdruck. Das klingt einfach, kann aber umfassende Verhaltensänderungen nötig machen – und das fällt vielen Menschen schwer. Wer es schafft, wird jedoch belohnt: Denn durch eine gesunde Lebensweise kann ein leicht erhöhter Blutdruck oft schon auf normale Werte sinken. Und wer einen schweren Bluthochdruck hat, benötigt dank einer gesunden Lebensweise weniger Medikamente.

Die wichtigsten Tipps gegen Bluthochdruck lauten:

  • bestehendes Übergewicht abbauen
  • keinen oder nur wenig Alkohol trinken
  • Kochsalz durch Gewürze ersetzen
  • viel Obst und Gemüse essen
  • pflanzliche Fette und hochwertige Öle bevorzugen
  • auf Nikotin verzichten oder den Konsum zumindest einschränken
  • sich ausreichend körperlich bewegen
  • Stress verringern, d.h. für Ruhepausen und Entspannung sorgen
  • Behandlungsempfehlungen des Arztes befolgen

7. Wann muss ich Medikamente gegen Bluthochdruck nehmen?

Das hängt zum einen davon ab, wie stark der Bluthochdruck ausgeprägt ist: Sind die Werte nur leicht bis mittelstark erhöht, können Sie zunächst auf Medikamente verzichten und versuchen, die Werte durch eine gesunde Lebensweise zu senken. Wenn der Blutdruck dadurch nicht innerhalb von drei Monaten auf unbedenkliche Werte sinkt, sind meist blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Wer einen schweren Bluthochdruck hat, dem wird der Arzt hingegen sofort Blutdrucksenker verordnen.

Zum anderen hängt die Entscheidung für oder gegen Medikamente auch vom Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Allgemein gilt: Je mehr zusätzliche Risikofaktoren (wie Diabetes, familiäre Vorbelastung) auf Sie zutreffen, desto niedriger sollte Ihr Blutdruck sein und entsprechend durch Medikamente gesenkt werden.

8. Wie lange dauert die Behandlung?

Blutdrucksenkende Mittel verbessern zwar den Bluthochdruck, beseitigen aber nicht dessen Ursache. Das bedeutet: Wer die Behandlung abbricht, bei dem steigt der Blutdruck wieder. Darum kann es sein, dass Sie die Mittel gegen Bluthochdruck lebenslang einnehmen müssen, um mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern.

Achtung: Setzen Sie Ihre Blutdrucksenker auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab! Denn das könnte schwerwiegende Blutdruckschwankungen zur Folge haben.

9. Warum reicht ein Medikament manchmal nicht aus?

Besteht über längere Zeit Bluthochdruck, betrachtet der Organismus diesen Zustand als normal. Wenn dann die blutdrucksenkende Behandlung zu wirken beginnt, kann es passieren, dass der Körper den alten Zustand wiederherzustellen versucht.

Die verfügbaren Mittel gegen Bluthochdruck greifen an unterschiedlichen Stellen in die Blutdruckregulation ein: Manche erweitern zum Beispiel die Blutgefäße. Darauf kann der Körper beispielsweise reagieren, indem er den Herzschlag ansteigen lässt. Dann kann es eventuell nötig sein, die Behandlung anzupassen.

Wie der Körper auf die Behandlung reagiert, lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Verordnet der Arzt einen oder mehrere Blutdrucksenker, heißt es darum zunächst: abwarten, wie sich die Blutdruckwerte entwickeln. Wenn sie kaum oder gar nicht sinken, kann eine andere Medikamentenkombination oder eine höhere Dosis nötig sein, bis der Blutdruck richtig eingestellt ist.

10. Welche Nebenwirkungen können die Blutdruckmittel haben?

Ob und welche Nebenwirkungen bei der Behandlung von Bluthochdruck auftreten, ist individuell unterschiedlich. Denn zum einen reagiert jeder Mensch anders auf die Medikamente. Und zum anderen haben die verschiedenen Arzneimittel unterschiedliche Wirkungen, Neben- und Wechselwirkungen.

Alle Medikamente gegen Bluthochdruck können folgende unerwünschte Wirkungen zeigen:

Darüber hinaus können die einzelnen Standardwirkstoffe noch weitere Nebenwirkungen haben. Beispiele:

Doch trotz möglicher Nebenwirkungen gilt: Der Nutzen blutdrucksenkender Medikamente überwiegt! Denn wer seine Blutdruckwerte mithilfe der Blutdrucksenker normalisieren kann, senkt so sein Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt.

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Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Bluthochdruck (Hypertonie, hoher Blutdruck)
Blutdruck messen
Bluthochdruck senken

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL): www.hochdruckliga.de (Abrufdatum: 17.5.2017)

Bluthochdruck: Das sollten Betroffene wissen. Online-Informationen der Deutschen Herzstiftung e.V.: www.herzstiftung.de (Abrufdatum: 17.5.2017)

Bluthochdruck. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 1.7.2015)

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL (Hrsg.): Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie. Börm Bruckmeier, Grünwald 2013

Stand: 17. Mai 2017

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