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Eichenprozessionsspinner – Raupe mit riskanten Härchen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. Juni 2017)

© iStock

Es ist Frühsommer und damit Zeit für den Eichenprozessionsspinner, sich in eine Raupe zu verwandeln. Eine haarige Raupe, von der man Abstand halten sollte. Wer in Kontakt damit gerät, muss mit Beschwerden rechnen, die von Juckreiz über Quaddel-Ausschlag oder Atemprobleme bis hin zum allergischen Schock reichen können.

Problematisch: die Härchen

Dem Eichenprozessionsspinner sollte man lieber nicht zu nahe kommen. Denn der Körper der Raupen ist mit Härchen bedeckt, die ein Nesselgift (Thaumatopoetin) enthalten und unangenehme Beschwerden hervorrufen können. Aus diesem Grund sollten Sie Nester des Eichenprozessionsspinners – weiße, wattige Gebilde an Bäumen – oder einzelne Raupen nicht berühren. Die bis zu fünf Zentimeter großen Raupen mit ihren markanten gelb-braunen Längsstreifen sind leicht zu erkennen.

Auch vor alten, verlassenen Nestern des Eichenprozessionsspinners sollte man sich in Acht nehmen, denn unter trockenen, lichtarmen Bedingungen halten sich die giftigen Härchen unter Umständen noch gut ein Jahr lang. Die Härchen der Raupen können zudem leicht abbrechen und mit dem Wind bis zu hundert Meter davongetragen werden.

Man sieht ein Nest des Eichenprozessionsspinners. © iStock

Nester des Eichenprozessionsspinners sollte man meiden.

Um ganz sicherzugehen, machen Sie also am besten einen großen Bogen um Bäume, bei denen man solch ein Nest entdeckt oder von denen man bereits weiß, dass sie ein Nest tragen. Setzen Sie sich auch nicht in der Nähe auf den Boden. Ist Ihnen ein befallener Bereich bekannt, tragen Sie in der Nähe am besten lange, körperbedeckende Kleidung.

Der Eichenprozessionsspinner kommt in ganz Deutschland vor, besonders häufig jedoch in diesen Bundesländern:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Berlin
  • Nordrhein-Westfalen

Man findet ihn vor allem in Eichenwäldern, aber auch in Eichen-Hainbuchen-Wäldern oder Eichen-Kiefern-Wäldern.

Mögliche Symptome

Die Härchen vom Eichenprozessionsspinner können bei Kontakt zu unterschiedlichen Beschwerden in unterschiedlichem Ausmaß führen. Mögliche Symptome nach Hautkontakt sind:

Wer Härchen vom Eichenprozessionsspinner eingeatmet hat, verspürt eventuell Symptome wie Halsschmerzen, unter Umständen kann es aber auch zu Atemnot kommen. Sind Härchen ins Auge geraten, kann starker Juckreiz entstehen.

Wie stark die Reaktion ausfällt, hängt vor allem davon ab, mit wie vielen Härchen man Kontakt hatte. Prinzipiell können solche Beschwerden bei jedem auftreten, der Kontakt zum Eichenprozessionsspinner hatte. Dennoch löst der Eichenprozessionsspinner nicht bei jedem Symptome aus.

Was Sie tun können, wenn Sie Kontakt hatten

Falls Sie den Eichenprozessionsspinner versehentlich berührt haben oder auf andere Weise in Kontakt kamen:

  • legen Sie so bald wie möglich die Kleidung ab und waschen Sie diese bei 60 Grad Celsius, am besten mit einem zusätzlichen Spülgang am Ende.
  • duschen Sie sich gründlich und waschen Sie auch Ihre Haare gründlich.

Sollten bei Ihnen Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner auftreten, können Sie bis zu einem gewissen Maß selbst etwas tun: Gegen den juckenden Ausschlag helfen zum Beispiel Cremes oder Gele, die Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika enthalten. Entsprechende Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Haben Sie den Eindruck, dass die Reaktion auf den Eichenprozessionsspinner ungewöhnlich stark ausfällt, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Das gilt insbesondere, falls Sie das Gefühl haben, Atemnot zu bekommen. Rufen Sie im Zweifelsfall den Notarzt (112)!

Der Eichenprozessionsspinner

Eigentlich ist der Eichenprozessionsspinner ein harmloser Nachtfalter, der in seinem Lebenszyklus verschiedene Entwicklungsstadien durchläuft. Problematisch für Mensch und Tier ist das Stadium als Raupe, in dem er in großen Massen auftritt. Diese Phase durchläuft der Eichenprozessionsspinner jedes Jahr etwa zwischen Ende Mai bis Ende August.

Woher kommt der Name Eichenprozessionsspinner?
Der Name beruht zum einen darauf, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners ihre Nester hauptsächlich (aber nicht nur) an Eichenbäumen bilden und hier auch die Blätter fressen. Auf ihrer Suche nach Nahrung wandern die Raupen immer nebeneinander und im Gänsemarsch hintereinander her. Dabei bilden sie meterlange Ketten, die einer Art Prozession ähneln.

Nester melden

Wenn Sie ein Nest des Eichenprozessionsspinners entdeckt haben, sollten Sie unbedingt Abstand halten und keinesfalls versuchen, das Nest selbst zu entfernen. Überlassen Sie das den Fachleuten. Nicht jedes Nest muss zwingend entfernt werden. Denn es handelt sich hierbei um ein Naturphänomen, das von selbst zu Ende geht, sobald sich die Raupen verpuppen und der Nachfalter daraus schlüpft.

In der Nähe öffentlicher Stätten wie Kindergärten, Schulen oder Schwimmbädern kann der Eichenprozessionsspinner jedoch zum Problem werden. Eine Entfernung der Nester durch Fachleute ist hier ratsam. Das kann ebenso bei einem Befall im eigenen Garten gelten. Wer in der Nähe solcher Stätten oder auf privatem Gelände ein Nest entdeckt, sollte den Eigentümer darauf aufmerksam machen beziehungsweise sie dem Gesundheits- oder Gartenamt melden.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Erste Hilfe bei allergischem Schock

Quellen:

Eichenprozessionsspinner – Massenvermehrung. Online-Informationen des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes: www.nlga.niedersachsen.de (Abrufdatum: 19.6.2017)

Der Eichenprozessionsspinner. Online-Informationen des Naturschutzbundes Deutschland: www.nabu.de (Stand: 2013)

Health warning over invading moth. Online-Informationen der National Health Services: www.nhs.uk (Stand: 4.8.2010)

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