Brustkrebs: Das sollten Sie wissen!

Veröffentlicht von: Till von Bracht (16. Juli 2016)

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Jana Thiel und Miriam Pielhau: Die beliebten Moderatorinnen starben kurz nacheinander an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Jana Thiel hatte Brustkrebs – Miriam Pielhau starb an Leberkrebs, war vor einigen Jahren aber ebenfalls an Brustkrebs erkrankt. Besonders erschreckend: Die beiden Frauen wurden gerade mal 44 beziehungsweise 41 Jahre alt. Viele Frauen fragen sich jetzt: Erkranken immer mehr jüngere Frauen an Brustkrebs? Und wie kann ich mich wirksam davor schützen?

Fest steht: Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Statistisch gesehen erkrankt etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, wobei das Risiko nicht in jeder Lebensphase gleich hoch ist.

Zwar ist es so, dass das Brustkrebsrisiko ab 25 stetig steigt – das höchste Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, haben jedoch Frauen zwischen 65 und 69 Jahren.

Kann man Brustkrebs heilen?

Ja! Natürlich ist die Diagnose Brustkrebs für Betroffene und Angehörige erstmal ein Schock: Doch rechtzeitig erkannt und behandelt, ist Brustkrebs in den meisten Fällen heilbar – die Heilungschancen liegen bei Brustkrebs im Frühstadium bei etwa 90 Prozent. „Heutzutage ist die Diagnose Brustkrebs keineswegs ein Todesurteil", sagt Diethelm Wallwiener, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie.

Risikofaktoren für Brustkrebs: Was ist bekannt, was widerlegt?

Bis heute sind die eigentlichen Ursachen für Brustkrebs nicht bekannt. Forscher sind sich aber einig, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die die Entstehung von Brustkrebs fördern. Dazu zählen:

  • Weibliche Hormone: Eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden und eine längerfristige Einnahme der "Pille" können das Risiko für Brustkrebs leicht erhöhen. Der Grund: Östrogene regen unter anderem das Wachstum der Drüsenzellen in der Brust an (z.B. während der Pubertät oder der Schwangerschaft) – sie fördern aber auch die Entstehung mancher Krebszellen. Einige Dinge sind beim Hormonspiegel allerdings genetisch festgelegt und lassen sich nicht beeinflussen. So gelten zum Beispiel auch eine frühe erste Regelblutung und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre als risikosteigernd.
  • Die Dichte der Brustdrüse: Frauen mit mehr Drüsen- und Bindegewebe und weniger Fettgewebe in der Brust haben ein fünffach erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Diese sogenannte mammographische Dichte wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst – Östrogene zum Beispiel können die Dichte erhöhen, während eine Schwangerschaft zu einer Abnahme der Dichte und des Krebsrisikos führen kann.
  • Alkoholkonsum: Je mehr Alkohol eine Frau trinkt, desto höher ist ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Warum das so ist, ist noch nicht genau bekannt.
  • Geringe körperliche Aktivität: Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich viel bewegen, ein geringeres Krebsrisiko haben – dies gilt auch für Brustkrebs. Die Gründe, warum Sport einen direkten Einfluss auf Krebs hat, sind noch weitgehend unbekannt.
  • Vererbung: Rund fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Dabei handelt es sich meist um Veränderungen der „Brustkrebsgene“ BRCA-1 und BRCA-2, die von der Mutter oder dem Vater an die Kinder weitergegeben werden.
  • Rauchen: Tabakkonsum kann Lungenkrebs auslösen – das ist bekannt. Ob Rauchen und Passivrauchen auch die Entstehung von Brustkrebs begünstigen, ist noch nicht wirklich sicher belegt. Frauen, die schon im Teenageralter angefangen haben zu rauchen, haben aber vermutlich ein höheres Brustkrebsrisiko.
  • Übergewicht: Statistisch gesehen bekommen Übergewichtige häufiger Brustkrebs als schlanke Frauen. Der Grund: Im Fettgewebe werden Hormone gebildet, die den Östrogenspiegel und damit das Krebsrisiko ansteigen lassen. Dabei wirkt sich Übergewicht aber vor allem erst nach den Wechseljahren auf das Krebsrisiko aus.

Ob sich eine Frau reich an Obst und Gemüse ernährt oder nicht, scheint für ihr Brustkrebsrisiko beispielsweise keine Rolle zu spielen. Auch Stress oder Depressionen haben nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs.

Erste Anzeichen: Wann sollte eine Frau zum Arzt gehen?

Im frühen Stadium bereitet Brustkrebs in aller Regel keine Symptome wie etwa Schmerzen. Es gibt jedoch Beschwerden, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können. Achten sollten Frauen vor allem auf diese Anzeichen:

  • neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust oder der Achselhöhle
  • Größenunterschied der Brüste, der vorher nicht bestand
  • Einziehung einer Brustwarze
  • wässrige oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze
  • Einziehungen der Brusthaut (kleine punktförmige Grübchen),
  • andere Veränderungen der Brust oder Brustwarze, z.B. eine plötzliche starke Rötung

Diese Anzeichen bedeuten nicht, dass es sich zwingend um Brustkrebs handelt. Dennoch sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie entsprechende Veränderungen bemerken. Darüber hinaus sollten Sie Ihre Brust regelmäßig selbst abtasten, um etwaige Veränderungen frühestmöglich festzustellen.

Onmeda-Lesetipps:

Brustkrebs-Früherkennung

Brust abtasten: So geht‘s

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Stand: Juli 2016)

Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI): www.krebsdaten.de (Stand: Dezember 2015)

Online-Informationen des Krebsinformationsdiensts: www.krebsinformation.de (Stand: August 2015)

Stand: 16. Juli 2016