Dumm durch hohen Blutdruck?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Oktober 2016)

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Nein – so viel vorweg. Bluthochdruck macht nicht dumm. Allerdings haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass Kinder mit Bluthochdruck im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Bluthochdruck in kognitiven Tests schlechter abschneiden.

In der Studie wurden 10- bis 18-Jährige mit frisch diagnostiziertem Bluthochdruck verschiedenen kognitiven (also das Denken betreffenden) Tests unterzogen. Die Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler mit denen einer Kontrollgruppe, die aus Gleichaltrigen ohne Bluthochdruck bestand. Besonders wichtig dabei war, dass sich die beiden Gruppen lediglich durch den Bluthochdruck unterschieden – andere Faktoren, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen könnten, wurden konsequent ausgeschlossen. So konnten Kinder mit Schlafstörungen, ADHS, Lernschwierigkeiten und anderen Einschränkungen nicht an der Studie teilnehmen.

In den Tests wurden unter anderem folgende Fähigkeiten überprüft:

  • Lern- und Merkfähigkeit
  • sprachliche Fähigkeiten
  • Geschicklichkeit, motorische Schnelligkeit

In allen Tests schlossen die Kinder und Jugendlichen mit Bluthochdruck schlechter ab als die Vergleichsgruppe.

Was bedeutet das genau?

Heißt das aber, dass diese Kinder dumm sind oder kognitiv beeinträchtigt? Nein, das heißt es nicht. Die Ergebnisse zeigen lediglich, dass Bluthochdruck sich ungünstig auf die genannten Fähigkeiten auswirken kann. Sie sagen aber nichts darüber aus, welchen Einfluss das auf die schulischen Leistungen hat oder ob damit Veränderungen im Gehirn einhergehen.

Wofür also die Studie?

Die Studie zeigt zunächst lediglich, dass Bluthochdruck die kognitiven Fähigkeiten beeinflussen kann. Weitere Faktoren, die diese beinträchtigen können, sind unter anderen:

Häufig gehen all diese Faktoren miteinander einher. Somit besteht die Möglichkeit, dass sich der negative Einfluss auf die kognitiven Möglichkeiten summiert.

Besonders da in den letzten Jahren Übergewicht und parallel dazu Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zunimmt, wollen die Wissenschaftler nun in weiteren Untersuchungen herausfinden, ob

  • die Einschränkungen sich auch auf Gehirnstrukturen auswirken und ob
  • eine Therapie mit blutdrucksenkenden Mitteln den Effekt ausgleichen kann.

Quellen:

Lande, M.B., Batisky, D.L. Batisky et al.: Neurocognitive Function in Children with Primary Hypertension. The Journal of Pediatrics, Online-Publikation (29.9.2016)

Stand: 6. Oktober 2016

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