Wie kann es sein, dass so viele Menschen einen Blitzschlag überleben?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Februar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Vorsicht, Hochspannung: Zwischen drei und sieben Personen werden hierzulande jedes Jahr vom Blitz getroffen. Wie durch ein Wunder bleiben viele von ihnen am Leben, manche sogar nahezu unversehrt. Aber wie können Menschen überhaupt einen derartig starken Stromstoß, wie er von einem Blitz ausgeht, überleben? Müsste nicht vielmehr jeder Treffer das Todesurteil bedeuten?

Es mag widersprüchlich klingen: Gerade durch die besonders hohe Stromstärke von mehreren zehntausend bis zu mehreren hunderttausend Ampére überleben rund zwei Drittel aller Opfer. Während des Stromanstiegs steigt die Spannung am menschlichen Körper auf bis zu mehrere 100.000 Volt an. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Steckdose steht hierzulande unter einer Spannung von 230 Volt.

Durch diese enorme Spannung kann der Blitz in vielen Fällen den Abstand zum Boden überbrücken. Er wird an der Körperoberfläche entlang direkt in den Boden abgeführt. Der Großteil des Stroms fließt dann nicht durch den Körper, sondern auf der Oberfläche. Diesem Überschlag oder "flash-over" ist es zu verdanken, dass nicht jeder Blitz tödlich ist.

Aber: Auch wenn man zu den Überlebenden gehört, ist ein Blitzschlag mit mehr oder minder starken körperlichen Beeinträchtigungen verbunden, welche aus der elektrischen Energie, der hohen Temperatur und dem enormen Druck resultieren. So können an den Ein- und Austrittsstellen Verbrennungen und Verbrühungen ersten bis dritten Grades entstehen. Schädigungen des Herzens, des Nervensystems sowie des Hör- und Sehvermögens treten häufig auf. Und auch die psychischen Folgen eines Blitzschlags sind nicht zu vernachlässigen.



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