Rauchstopp: 6 wissenschaftlich belegte Wege zum Nichtrauchen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (31. Mai 2017)

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Jedes Jahr sterben weltweit etwa sieben Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens, die Belastung für die Gesundheitssysteme geht in die Milliarden. Diese erschreckenden Zahlen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO anlässlich des Weltnichtrauchertags 2017 in einem Bericht veröffentlicht.

Zwar hat die Kippe in den westlichen Ländern ihren Coolness-Faktor verloren, dennoch gibt es in Deutschland immer noch mehr als 16 Millionen Raucher. Das sind definitiv zu viele. Schließlich ist Rauchen extrem gesundheitsschädlich. Arteriosklerose, COPDLungenkrebsSpeiseröhrenkrebs – die gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind gravierend.

Dabei gilt: Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Nie! Selbst ein Rauchstopp im hohen Alter wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand aus.

Methoden, um sich das Rauchen abzugewöhnen, gibt es viele: Einige funktionieren besser, einige schlechter. Nachfolgend stellen wir Ihnen sechs Methoden vor, die den Weg zum Nichtrauchen erleichtern können.

1. Finanzieller Anreiz

Rauchen ist teuer! Wer zum Beispiel zwei Jahre lang jeden Tag 10 Zigaretten raucht, gibt dafür rund 2.000 Euro aus. Machen Sie sich dessen bewusst und rechnen Sie selber mal aus, wie viel Geld sich bei Ihnen schon förmlich in Rauch gelöst hat – das Ergebnis wird Sie persönlich für einen Rauchausstieg motivieren.

Dass der finanzielle Anreiz wichtig ist, konnte auch 2015 in einer Studie mit mehr als 2.500 Rauchern gezeigt werden. Das erfolgreichste Anti-Raucher-Programm war jenes, bei dem jeder Teilnehmer zunächst 150 Dollar einzahlen musste. Wer länger als ein Jahr rauchfrei blieb, bekam die 150 Dollar plus zusätzlich 650 Dollar zurück.

2. Kalter Entzug

Nur die wenigsten (4-7%) schaffen es, von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören. Bei dieser Methode sind ein eiserner Wille und viel Disziplin nötig!

Wann immer Sie das Bedürfnis verspüren zu rauchen, sollte Sie sich ablenken. Lassen Sie keine Langeweile aufkommen: Hören Sie beispielsweise etwas Musik, gehen Sie zum Sport oder unterhalten Sie sich.

3. Zu zweit geht’s leichter

In einer Studie mit mehr als 3.700 Probanden konnten Wissenschaftler der Universität London beweisen, dass der Partner bei der Raucherentwöhnung eine sehr wichtige Rolle spielt! In der Studie haben sowohl der Mann als auch die Frau an einem Raucherentwöhnungsprogramm teilgenommen. Knapp 50 Prozent der Männer fingen wieder an zu rauchen, wenn ihre Frau das Programm vorzeitig abbrach. Rauchte die Frau nicht, fingen gerade mal 8 Prozent der Männer wieder an zu rauchen.

4. Nikotinersatzstoffe

Nikotin in Form von Pflastern, Kaugummis oder Nasenspray soll dabei helfen, vom Rauchen loszukommen. Mit Erfolg! Nikotinersatzstoffe sind sicher und wirksam, wenn die Präparate korrekt angewendet werden.

Eine zusammenfassende Analyse mehrerer Studien hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Rauchstopp um 50 bis 70 Prozent steigt, wenn die betroffenen Raucher bei der Entwöhnung solche Hilfsmittel verwenden.

5. Anti-Raucher-Pille

Die Pille für den Raucher stellt eine Alternative zu den Nikotinersatzstoffen dar. Diese Medikamente werden vom Arzt verabreicht und enthalten Wirkstoffe wie Vareniclin oder Bupropion.

Normalerweise aktiviert Nikotin bestimmte Stellen im Gehirn, die für das angenehme Gefühl von Belohnung verantwortlich sind. Vareniclin allerdings bindet sich im Gehirn an die Rezeptoren, die normalerweise auf das Nikotin reagieren. Dadurch bleibt das angenehme Gefühl beim Rauchen aus – und der Rauchverzicht fällt leichter.

6. E-Zigaretten

Ob E-Zigaretten tatsächlich bei der Raucherentwöhnung helfen können, ist bis heute umstritten. Eine Studie aus dem Jahr 2013, die in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, konnte zeigen, dass nikotinhaltige E-Zigaretten möglicherweise etwas besser bei der Entwöhnung helfen als nikotinhaltige Pflaster. Der Effekt ist – wenn überhaupt – aber nur gering.

Nach heutigem Erkenntnisstand ist die E-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung daher eher ungeeignet.

Weitere Informationen

Quellen:

World No Tobacco Day 2017: Beating tobacco for health, prosperity, the environment and national development. Online-Informationen der WHO: www.who.int (Stand: 30.05.2017)

Quitting smoking is most difficult New Year’s resolution to keep. Online-Informationen der Royal Society for Public Health: www.rsph.org.uk (Abrufdatum: 27.1.2017)

Jackson, S. E., Steptoe, A., Wardle, J.: The influence of partner’s behavior on health behavior change: the English longitudinal study of ageing. JAMA internal medicine, Vol. 175, Iss. 3, pp. 385-392 (2015)

Halpern, S. D., et al.: Randomized trial of four financial-incentive programs for smoking cessation. New England Journal of Medicine, Vol. 372, Iss. 22, pp. 2108-2117 (2015)

Bullen, C., et al.: Electronic cigarettes for smoking cessation: a randomised controlled trial. The Lancet, Vol. 382, Iss. 9905, pp. 1629-1637 (2013)

Stead L. F., et al.: Nicotine replacement therapy for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Iss. 11, Art. No.: CD000146


Ich habe am folgenden Tag mit dem Rauchen aufgehört