Strahlenbelastung in der Raumfahrt

Historisches

Autor: Onmeda-Redaktion

Als "Vater" der kosmischen Strahlung (Höhenstrahlung) gilt der am 24.6.1883 in Schloss Waldstein in der Steiermark/Österreich geborene Viktor Franz Hess, er entdeckte und erforschte in intensivster Weise, z.B. mit Hilfe von Ballons, in denen er selber mitflog, die Zusammensetzung, die Intensität und Höhenabhängigkeit der kosmischen Strahlung. Als Jahr der Entdeckung dieser ionisierenden Strahlung gilt das Jahr 1912. Für seine Forschungsarbeit erhielt er im Jahr 1936 den Nobelpreis für Physik. Hess verstarb am 17.12.1964 in New York/USA.

Die ersten wichtigen Vorarbeiten für die bemannte und unbemannte Raumfahrt wurden vor und während des 2. Weltkrieges, vor allem in Deutschland, durch die Entwicklung der V1 und V2 geleistet. Mit der Entwicklung dieser Raketen sind u.a. die Namen Hermann Oberth (1894-1989) und Wernher von Braun (1912-1977) aufs Engste verknüpft.

Nach dem Krieg sind zahlreiche Wissenschaftler, die in Deutschland an dem Raketenprogramm gearbeitet haben, in die Sowjetunion und vor allem die USA - nicht immer ganz freiwillig - gegangen.

Nicht zuletzt durch den kalten Krieg bedingt nahm die Entwicklung von Raketen einen rasanten Aufschwung. Im Jahre 1957 überraschte die Sowjetunion die Welt mit dem Start des ersten Erdsatelliten. Er erhielt den Namen Sputnik I. Der erste Mensch, der in einer Raumkapsel die Erde umkreiste, war im Jahre 1961 der Russe Jurij Gagarin. Anlässlich eines Testflugs mit einem Kampfjet verunglückte er am 28. März des Jahres 1968 im Alter von 34 Jahren tödlich.

Das wichtigste Ereignis der gesamten Raumfahrt dürfte wohl die Landung auf dem Mond gewesen sein. Am 20. Juli 1969 um 22:56 setzte mit Neil A. Armstrong der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond. Etwa eine Viertelstunde später folgte ihm Edwin E. Aldrin (Spitzname: Buzz). Michael Collins der dritte Teilnehmer von Apollo 11 war in der Raumkapsel im Mondorbit geblieben. Bei seinem Ausflug auf den Mond äußerte Armstrong den folgenden, mittlerweile wohl nahezu jedem Menschen bekannten Satz:

"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit!"

In der folgenden Tabelle sind neben diesem Ereignis eine Reihe weiterer "Highlights" der unbemannten und bemannten Raumfahrt dargestellt.

Datum Ereignis/Mission
Okt. 1957 Start des 1. Erdsatelliten Sputnik 1
Nov. 1957 Laika, 1. Hund im All in Sputnik 2
12. April 1961 Jurij Gagarin (UdSSR), 1. Erdumkreisung
05. Mai 1961 Der Amerikaner Alan Bartlett Shepard (1923-1998) beendet in der Raumkapsel Freedom 7 erfolgreich einen ballistischen Raum- Flug. Er befand sich dabei rund 5 Minuten im All
20. Feb. 1962 John Glenn, der 1. Amerikaner, der die Erde in der Mercury- Raumkapsel Friendship-7 dreimal umrundete. Als Trägerrakete diente eine Atlas-Rakete
16. Juni 1963 Walentina Wladimirowna Tereschkowa (UdSSR), war mit der Mission Wostok 6, die 1. Frau im All
Januar 1967 Apollo 1, vor dem Start Brand in der Kapsel mit 3 Toten
Dez. 1968 Apollo 8, die 1. Mondumkreisung
20. Juli 1969 Apollo 11, die 1. Mondlandung: Armstrong, Aldrin, Collins
Nov. 1969 Apollo 12, die 2. Mondlandung
April 1970 Apollo 13, Beinahekatastrophe beim Mondflug
Jan./ Juli 1971 Apollo 14 und 15, die 3. und 4. Mondlandung
Mai 1971 1. unbemannte Marslandung
1971 1. Raumstation Saljut 1
Apr./7. Dez. 1972 Apollo 16 und 17, die 5. und 6. (letzte) bemannte Mondlandung
Aug./Sep. 1978 Sigmund W.P. Jähn (DDR), 1. Deutscher im All
12. April 1981 Start des ersten Space-Shuttles, also einer Raumfähre, bei der der größte Teil wieder verwendet werden kann.
28. Jan. 1986 Explosion der Raumfähre Challenger mit 7 Toten
1986 Start der Raumstation MIR
18. Okt. 1989 Start der Jupitersonde "Galileo", ein deutsch-amerikanisches Projekt, mit Hilfe der Raumfähre Atlantis
29. Okt. 1998 Im Alter von 77 Jahren nimmt John Glenn als bisher ältester Mensch an der Discovery- Mission STS-95 erfolgreich teil
Dez. 1998 1. Betreten von Teilen der Raumstation ISS
März 2001 Reste der MIR versinken im Pazifik
28. April 2001 Dennis Tito, 1. Weltraumtourist: Flug zur ISS
01. Febr. 2003 Die Raumfähre Columbia zerbricht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nach einer 16 tägigen Mission über Texas in rund 63 km Höhe mit 7 Besatzungsmitgliedern in mehrere Teile. Alle 7 Astronauten kommen ums Leben, darunter 2 Frauen und der erste Israeli im All, der Luftwaffenoberst Ilan Ramon.
21. Sept. 2003 Die am 18. Oktober 1989 gestartete Jupitersonde "Galileo" wird gezielt auf dem Jupiter zum Absturz gebracht
15. Okt. 2003 Die Chinesen starten als 3. Nation, nach der damaligen Sowjetunion und den USA, mit der Rakete "Langer Marsch 2F" und der Raumkapsel "Shenzou 5" in der Wüste Gobi ihren ersten bemannten Raumflug. Mit der Landung des Taikonauten Yang Liwei in der inneren Mongolei am 16. Oktober wurde die Mission nach rund 14 maliger Erdumrundung erfolgreich beendet. Nach der Bezeichnung Astronaut (USA), Kosmonaut (UdSSR, Russland) jetzt die Bezeichnung Taikonaut für chinesische Raumfahrer
25. Dez. 2003 Die ca. 60 kg schwere Marslandeeinheit "Beagle 2" landet auf dem Mars, um eine Reihe von Untersuchungen, so u.a. nach Wasser und einfachem Leben, durchzuführen. Sie wurde von der sich auf einer Umlaufbahn um den Mars befindlichen Marssonde "Mars-Express" abgekoppelt. Das europäische Marsprojekt der ESA war am 2. Juni 2003 von der Erde aus gestartet. Leider gab es mit der Landeeinheit auf dem Mars keinen Funkverkehr.
04. Jan. 2004 Das rund 175 kg schwere US- Marsfahrzeug "Spirit" der NASA landete auf dem Mars, um eine Reihe von Untersuchungen, so u.a. nach Wasser und einfachen Lebensformen sowie der Zusammensetzung von Gesteinen, durchzuführen. Im Gegensatz zur Beagle kann sie sich mittels 6 Rädern auf der Marsoberfläche fortbewegen. Bereits wenige Stunden nach ihrer Landung auf dem Mars sendete Spirit Bilder von ihrer Umgebung auf dem Mars mit überragender Qualität zur Erde.
25. Jan. 2004 Das US- Marsfahrzeug (Marsroboter) "Opportunity" der NASA landete auf dem Mars. Bereits wenige Stunden nach ihrer Landung auf dem Mars sendete Opportunity von der gegenüberliegenden Seite der Marsoberfläche Bilder mit derselben überragenden Qualität wie Spirit zur Erde.
02. März 2004 Vom Weltraumbahnhof Kourou der ESA in Französisch-Guayana startete das Projekt "Rosetta" mit einer Ariane-5-Plus Rakete. Die rund 3 Tonnen schwere Raumsonde soll im Jahr 2014 auf dem rund 4 km großen Kometen Tschurjunow-Gerasimenko landen, um über die Entstehung und Entwicklung des Kosmos bessere und vertiefende Informationen zu erhalten.

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