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Strahlenbelastung durch Rauchen

Strahlenbelastung

Wie in jedem Boden befindet sich auch in dem, auf dem Tabakpflanzen wachsen, vor allem die Radioisotope Ra 226, Th 232 sowie K 40. Es wird von einer mittleren radioaktiven Aktivität von rund 500 Bq pro Kilogramm Boden ausgegangen. Auf Grund des Düngens mit phosphathaltigen Substanzen gelangen dazu noch die Radionuklide U 238 und Ra 226 hinzu. Die Tabakpflanzen reichern über die Wurzeln aus dem Boden diese Radionuklide in der Pflanze an.

Über die Blatthaare (Trichone) werden aus der Luft in der Hauptsache das radioaktive Blei 210 (Pb 210) und das radioaktive Polonium 210 (Po 210) in ihren Blättern aufgenommen. Diese Radionuklide sind Zerfallsprodukte aus der Uran-Radiumreihe.

  • Pb 210 besitzt eine Halbwertzeit von 22,3 Jahren und zerfällt entweder über zwei Betaminus-Zerfälle mit Energien von 0,02 MeV und 0,06 MeV in das Wismut 210 (Bi 210) oder über einen Alphazerfall mit einer Energie von 3,72 MeV in das Quecksilber 206 (Hg 206).
    Hg 206 zerfällt mit einer Halbwertzeit von 8,1 Min. über einen Betaminus-Zerfall in Tl 206 und dann in das stabile Pb 204.
    Das Bi 210 seinerseits zerfällt mit einer Halbwertzeit von 5 Tagen über einen Betaminuszerfall in das Po 210.
  • Po 210 besitzt eine Halbwertzeit von rund 138,4 Tagen und zerfällt über einen Alphazerfall mit einer Energie von 5,3 MeV in das stabile Blei 206.

Je nach Anbaugebiet und Art des Tabaks werden für die Aktivität des Po 210 von 1,5 mBq bis 15 mBq (1 mBq = 1/1000 Becquerel) sowie 2 bis 25 mBq des Pb 210 pro Zigarette angegeben. Messungen in Zigarettenasche haben eine Aktivität von durchschnittlich 2.000 Bq pro Kilogramm ergeben. Dieser Wert ist natürlich nicht repräsentativ für die tatsächlich inhalierte Menge an radioaktivem Material, aber er liefert einen Hinweis auf die Größenordnung der in einer Zigarette vorhandenen Aktivitätsmenge.

Aus der Anreicherung des Tabaks mit diesen Radionukliden resultiert für einen Raucher, der täglich eine Schachtel raucht, eine jährliche effektive Dosis von 200 bis 300 μSv. Dieser Wert hängt natürlich von der Menge der radioaktiven Substanzen in der Zigarette und den Rauchgewohnheiten des Rauchers ab und ist daher nur als ein ungefährer Richtwert anzusehen. Die jährliche Lungendosis unter denselben Bedingungen wird mit bis zu 10 mSv angegeben.

Zum Vergleich

  • Die mittlere jährliche effektive Dosis aufgrund der natürlichen Strahlung beträgt auf Meereshöhe 0,3 mSv.
  • Die maximal erlaubte effektive Dosis für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt 20 mSv pro Jahr.
  • Die maximal zulässige effektive Dosis für die Normalbevölkerung soll 1 mSv pro Jahr nicht überschreiten.

Weiterlesen: Strahlenbelastung durch Rauchen: Weitere Informationen

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