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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 9. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Bei der Radiojodtherapie steht der eigentlichen Durchführung eine gründliche Vorbereitung der Behandlung voran. Dazu misst der Arzt die Größe der Schilddrüse aus. Um zu prüfen, wie stark die Schilddrüse das radioaktive Jod aufnehmen wird, führt der Arzt einen Radiojodtest durch und berechnet anschließend die Strahlendosis für die eigentliche Strahlentherapie. Damit kann er die radioaktive Belastung – und damit Risiken und Nebenwirkungen – der Radiojodtherapie so gering wie möglich halten.
Vor einer Radiojodtherapie ist es wichtig, sich nach Anweisung des Arztes jodarm zu ernähren und auf entsprechende Nahrungszusätze (etwa jodhaltige Mineralstoffpräparate) zu verzichten. Werden Medikamente eingenommen, etwa zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, erklärt der Arzt, ob und wie sie vor der Radiojodtherapie abgesetzt werden müssen.
Zur Durchführung einer Radiojodtherapie nehmen Betroffene das Jod 131 in der Regel oral ein, zum Beispiel in Form von Kapseln. In Deutschland müssen die Patienten nach der Strahlenbehandlung zunächst für wenige Tage stationär in Quarantäne bleiben, da sämtliche Ausscheidungen und auch die Atemluft für eine gewisse Zeit radioaktiv belastet sind. Die Strahlenschutzverordnung und die dazu gehörigen Richtlinien geben vor, dass die Radioaktivität (genauer: die Äquivalentdosis) unter einen bestimmten Grenzwert abklingen muss. Deshalb werden Stuhl, Urin, Erbrochenes und Waschwasser aus entsprechenden Kliniken in eigene Tankanlagen geleitet und dort solange gelagert, bis die Aktivität pro Liter niedrig genug ist. Erst dann darf der Tankinhalt in das öffentliche Wassernetz eingeleitet werden.
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