Startseite > Lexika > Lexikon der Strahlenmedizin > Ionisierende Strahlung: Reichweite > Rayleigh-Streuung (klassische Streuung)
Autor: Onmeda-Redaktion
Beim Comptoneffekt, dem Photoeffekt, der Paarbildung oder bei Kernreaktionen wird die Energie eines einfallenden Photons verändert; entweder wird es vollständig absorbiert, wie beim Photoeffekt, der Paarbildung und bei Kernreaktionen, oder es verlässt die Materie mit einer verminderten Energie, wie z.B. beim Compton-Effekt.
Neben diesen Wechselwirkungen mit Materie gibt es einen Prozess, bei dem die Strahlung keinerlei Energie verliert, sondern nur aus ihrer ursprünglichen Richtung abgelenkt wird. Diesen Prozess bezeichnet man als klassische Streuung oder auch als Rayleigh-Streuung. Da dieser Prozess nur bei niedrigen Energien eine Rolle spielt, betrifft die Rayleigh-Streuung nur den Energiebereich von diagnostischer Röntgenstrahlung oder von niederenergetischen Strahlern in der Nuklearmedizin.
Sofern Photonenstrahlung Materie scharf gebündelt trifft, wird sie durch den Effekt der Rayleigh-Streuung gestreut. Aus diesem Grund spielt dieser Prozess - obwohl kein Energieverlust auftritt - für den Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik, eine wichtige Rolle. Je höher jedoch die Energie der Strahlung ist, desto weniger wird die Strahlung aus ihrer ursprünglichen Bahn weggestreut, sie behält somit mit wachsender Energie in zunehmender Weise ihre Bündelung bei. Die Rayleigh-Streuung ist neben der Comptonstreuung zu einem erheblichen Anteil für die Streustrahlung bei Röntgenaufnahmen verantwortlich.
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