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Elektrosmog und Handys

Grenzwerte

Autor: Onmeda-Redaktion

Trotz der ersten inzwischen in Kraft getretenen national und international gültigen EMV-Normen , ist der Prozess der Festlegung hinreichender Normen und Grenzwerte sowie der dafür geeigneten Prüf- und Messverfahren immer noch nicht abgeschlossen. Der Grund hierfür liegt in der Komplexität der elektromagnetischen Umwelt, die eine vollständige Beschreibung meist nur auf idealisierte Situationen beschränkt zulässt. Diese Normen werden von den nationalen Normeninstitutionen bzw. ihren Unterkommissionen ausgearbeitet, die oft aber nicht immer im Einklang mit ihren internationalen Dachinstitutionen handeln. In Deutschland muss sich z.B. das Deutsche Institut für Normung (DIN) mit den für die EMV-Problematik zuständigen Institutionen wie dem Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) und dem Verein deutscher Elektrotechniker (VDE) abstimmen.

Eine weltweit wichtige Rolle für die Normgebung spielen die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) und das US Department of Defense mit seinem Miltär-Standard. Die europäische Normgebung wird durch die entsprechenden Kommissionen der Europäischen Union abgewickelt. Die internationale Normgebung wird bestimmt durch die International Electrotechnical Commission (IEC) und ihre für die EMV-Problematik zuständige Unterkommission der Comité International Spécial des Perturbations Radioélectriques (CISPR).

Die für hochfrequente elektromagnetische Felder geltenden Grenzwerte beruhen allerdings hauptsächlich auf der Kenntnis ihrer thermischen Wirkung. Die Wärmeempfindung in der Haut tritt beispielsweise schon nach einer Expositionszeit von 1 s auf, wenn bei einer Frequenz von 3 GHz eine Leistungsdichte von 58 mW/cm2 oder bei 10 GHz von 21 mW/cm2 eingestrahlt werden. Bei Halbierung dieser Leistungsdichten, verlängert sich die Zeit zur Wahrnehmung auf 4 s. Die Schmerzempfindung durch Erwärmung der Haut stellt sich schon nach 21s bei 3 W/cm2 und erst nach 3Min. bei 800 mW/cm2 elektromagnetischer Einstrahlung ein. Die Leistungsdichte nimmt mit der Entfernung von der Sendeanlage rasch ab. Der genaue Sicherheitsabstand hängt jeweils von der Frequenz, der Sendeleistung sowie dem verwendeten Antennentyp ab.

Tabelle 1 . Orientierende Angaben zu Frequenz, Sendeleistung und Sicherheitsabständen für einige typische Sendeanlagen.

Angaben zu Frequenz, Sendeleistung und Sicherheitsabständen für typische Sendeanlagen
Sendertyp (Antennentyp) Frequenzbereich [MHz] Max. Sendeleistung [Watt] Sicherheitsabstand [m]
TV-Sender 50 - 800 um 1000.000 ca. 45
UKW-Hörfunksender um 100 30 (kleine Stadtsender) bis 100.000 9,50
D-Netz Basisstation an der Autobahn 900 50 5,20
D-Netz Basisstation in einem Wohngebiet 900 10 3,50
C-Netz Basisstation 450 32 3,20
Richtfunkantenne 3.000 - 300.000 0,5 (pro Kanal) kein Abstand
T-D1 Handy 900 2 kein Abstand
E-Netz Handy 1.800 1 kein Abstand

Für beruflich exponierte Personen, wie z.B. das technische Personal im Bereich von Sendeanlagen, wird ein Ganzkörper-SAR-Grenzwert von 0,4 Watt/kg, also ein Zehntel des Grenzwertes für eine systemische Erwärmung um 1°C, als ausreichend angesehen. Zum Schutz der allgemeinen Bevölkerung ist dieser Wert um den Faktor 5, also auf 80 mW/kg reduziert worden. Dieser Wert gilt auch für körperlich geschwächte Personen als gesundheitlich unbedenklich.

Da die Bestimmung von SAR-Werten mit erheblichem Aufwand verbunden ist, werden in der Praxis ersatzweise die daraus abgeleiteten, frequenzabhängigen Werte der elektrischen Feldstärke E in Volt pro Meter (V/m) und der magnetischen Feldstärke H in Ampere pro Meter (A/m) herangezogen und gemessen. Die dabei in Deutschland meist herangezogene Norm ist die DIN VDE 0848 (Sicherheit in elektromagnetischen Feldern). Die nach dieser Verordnung für hochfrequenten Felder geltenden Grenzwerte sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Dabei muss betont werden, dass zwischen den oben erwähnten, bekannten thermischen Wirkungen und den festgelegten Grenzwerten große Sicherheitsabstände liegen. Auch kurzzeitige Überschreitungen dieser für die Dauerexposition geltenden Werte auf das Doppelte, also um 100%, wurden noch für unbedenklich erachtet.

Tabelle 2 . Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung für hochfrequenten Felder nach DIN VDE 0848.

Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung für hochfrequente Felder nach DIN VDE 0848
Frequenz f [MHz] Effektivwerte der
elektr. Feldstärke E [V/m] magn. Feldstärke H [A/m]
10 - 400 27,5 0,073
400 - 2.000 1,375 × Öf 0,0037 × Öf
2.000 - 300.000 61,0 0,16
Erläuterung : Die Öf - Abhängigkeit der beiden Grenzwerte bedeutet eine Multiplikation mit der Quadratwurzel der in MHz angegebenen Frequenz. So errechnet sich z.B. der Grenzwert der elektrischen Feldstärke für eine Frequenz von 900 MHz zu 1,375 × Öf 900 = 41,25 V/m.

Auch unterhalb der in der Verordnung enthaltenen Schwellenwerte werden von einer Reihe von Fachleuten athermische Wirkungen vermutet. Diesen Vermutungen sind in der Vergangenheit viele Pilotuntersuchungen nachgegangen, die gegenwärtig insbesondere aufgrund der Massenverbreitung des Mobilfunks (Handys) um ein vielfaches intensiviert werden.

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