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Forenexperte: Dr. Thomas Kreutzig
Forum Männergesundheit
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Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Ein Vaterschaftstest ist in der Regel ein DNA-Test. Es handelt sich um eine Labor-Untersuchung, für welche DNA vom möglichen Vater, dem Kind und möglichst auch der Mutter nötig ist. In der Regel gewinnt man die DNA durch einen Mundschleimhautabstrich mit einem Wattestäbchen. Sollten nur Proben von Vater und Kind vorliegen (Defizienzfall), ist der Vaterschaftstest weniger genau.
Aus den jeweiligen Proben lässt sich eine geringe Menge an DNA isolieren. Für den DNA-Test sind genau jene DNA-Abschnitte interessant, die für einen Menschen charakteristisch sind. Meist handelt es sich um Abschnitte, die keine Information über Eiweiße (Protein codieren) verschlüsseln. Mittels der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) lassen sich diese DNA-Bereiche vervielfältigen und untersuchen.
Die für den Vaterschaftstest wichtigen Abschnitte nennen sich "short tandem repeats (STR)" und enthalten sogenannte Repetitivsequenzen. Das sind kurze Abschnitte auf der DNA, die sich vielfach wiederholen ("Mikrosatelliten-DNA"). Menschen haben unterschiedlich lange Varianten ("Allele") der Repetitivsequenzen. Im Vaterschaftstest helfen diese Längenunterschiede herauszufinden, ob eine genetische Ähnlichkeit von Mann und Kind besteht und damit eine Vaterschaft wahrscheinlich ist.
Bei der Auswertung eines Vaterschaftstests vergleicht der Untersucher, meist ein Humangenetiker, die Länge der Repetitivsequenzen. Weil bei einem Kind jeweils eine Hälfte der Allele von der Mutter und die andere Hälfte von dem Vater stammen, muss ein fraglicher Vater in allen Merkmalen mit dem Kind übereinstimmen, die nicht von der Mutter vererbt wurden. Um eine genetische Verwandtschaft möglichst sicher erkennen oder ausschließen zu können, analysieren die Genetiker bei dem DNA-Test nicht nur einen einzelnen Abschnitt der DNA: In der Regel analysieren sie 12 bis 16 DNA-Abschnitte (Genorte, Loci), an denen Repetititvsequenzen vorkommen.
Ein Vaterschaftstest ist ein Wahrscheinlichkeitstest. Das Ergebnis gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Mann Vater eines bestimmten Kindes ist. Auch andere Methoden sind möglich, bei denen genetische Unterschiede von Vater, Mutter und Kind verglichen werden (z.B. Blutgruppen, MHC / HLA-System).
Das Alter des Kindes spielt bei diesem DNA-Test keine Rolle. Es können daher auch Neugeborene getestet werden.
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