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Orgasmus

Orgasmusstörung

Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Gerade bei Frauen ist das Erreichen des Orgasmus häufig an einen sehr individuellen Ablauf der sexuellen Reaktionsphasen gebunden, die stärker störungsanfällig sind als bei Männern.

Beim Coitus interruptus, also dem unterbrochenen Beischlaf, wird der Penis kurz vor der Ejakulation aus der Scheide gezogen. Der sehr kurze Koitus ist dagegen durch eine äußerst rasche Erregungsphase beim Mann mit unmittelbarem Übergang in die Orgasmusphase gekennzeichnet. In beiden Fällen stagniert die Erregung bei der Frau häufig auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau und ein Orgasmus bleibt aus. Allerdings kann auch das Gegenteil der Fall sein: Wenn der männliche Partner sich bewusst zurückhalten kann, ist die Frau durchaus in der Lage, mehrere Orgasmen zu erleben, bevor auch er einen Orgasmus erreicht.

Ab wann eine Orgasmusstörung vorliegt, ist zunächst eine sehr individuelle Empfindung. Auch ein Liebesspiel ohne das Erreichen eines Orgasmus kann für viele Menschen sexuell befriedigend sein.

Erst wenn das Ausbleiben des Orgasmus vom Betroffenen als Störung empfunden wird, ist es als Problem anzusehen, dem man auf den Grund gehen sollte. Außerdem ist zu bedenken, dass sich nach wie vor viele Männer und Frauen bestimmten – auch durch die Medien beeinflussten – Klischeebildern unterwerfen und sich selbst unter Leistungsdruck setzen, was die Orgasmusfähigkeit und -häufigkeit anbelangt. Ein Nichtfunktionieren in diesen Klischeebildern wird dann auch oft fälschlicherweise als Orgasmusstörung gedeutet.

Es gibt jedoch auch echte Orgasmusstörungen, die behandlungsbedürftig sind:

  • Störungen des sexuellen Verlangens: Mangel an sexuellen Phantasien und ausbleibender Wunsch nach Geschlechtsverkehr
  • Störungen der Erregungsphase: Erektionsstörung beim Mann, ungenügender Produktion von Gleitflüssigkeit bei der Frau
  • Störung der Orgasmuskontrolle: vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox, zu frühe Ejakulation) oder zu späte Ejakulation (Ejaculatio retarda) beim Mann; zu später Orgasmus bei der Frau
  • Ausbleiben des Orgasmus

Die Ursachen für Orgasmusstörungen sind vielfältig. Hierzu zählen zum Beispiel:

Die Therapie von Orgasmusstörungen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist die Ursache nicht organisch bedingt, kann häufig eine psychotherapeutische Unterstützung helfen.

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