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Kindesmissbrauch

Stand: 15. April 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Kindesmissbrauch ist ein Thema, das leider immer aktuell ist. 2008 verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik 12.052 Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen: Schätzungen zufolge werden 90 Prozent der Fälle nicht erfasst. Die meisten Opfer von sexuellem Missbrauch sind Mädchen. Viele von ihnen haben ein Leben lang an den Folgen zu leiden.

Ein kleines Kind hält ein Stoff-Schaf in den Händen.
Die Dunkelziffer von Kindesmissbrauch ist hoch.

Viele Menschen glauben, dass es meist Fremde sind, die ein Kind sexuell missbrauchen. Dabei stammen etwa 75 Prozent der Täter aus dem sozialen Umfeld des Kindes. Ob Familienmitglieder, pädagogisches Personal, der vermeintlich nette Nachbar von nebenan oder Bekannte der Eltern – häufig hat das Kind bereits im Vorfeld Kontakt zu seinem Peiniger. Dieser versucht nach und nach, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Nur in seltenen Fällen ist der Täter ein Fremder.

Sexueller Missbrauch muss nicht zwangsläufig mit körperlicher Gewalt verbunden sein. Er kann sich auch durch emotional verletzende Blicke, Handlungen oder Berührungen äußern. Meist beginnt der Missbrauch mit "kleineren" Taten, um zu testen, ob das Kind darüber schweigt. Sexueller Missbrauch an Kindern ist in der Mehrheit der Fälle eine geplante Handlung, die sich leider auch häufig wiederholt – oft so lange, bis ein Erwachsener die Signale des Kindes richtig deutet. Den Tätern sieht man ihre Verbrechen nicht an: Sie stammen aus allen sozialen Schichten und gelten oft als besonders engagierte und soziale Mitmenschen. In weit über 90 Prozent der Fälle sind die Täter männlich. Doch Frauen können ebenso zu Täterinnen werden. Und nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche begehen Missbrauch an Kindern. Viele der Täter sind Wiederholungstäter, die die Intensität der Übergriffe langsam steigern.

Besonders häufig sind Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter von sexuellem Missbrauch betroffen. Aber auch noch jüngere Kinder bis hin zu Babys können zum Opfer werden.

Kindesmissbrauch durch eine Vertrauensperson kann bei Kindern besonders schwere seelische Spuren hinterlassen, wurden sie doch von einem Menschen verletzt, dem sie nahestehen.

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