|
Sie befinden sich hier:
Startseite > Lexika > Lexikon der Sexualität > Inzest
ForumSexualität
Forenexpertin: Dr. Frauke Höllering
Forum Sexualität
Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren
InzestStand: 24. Oktober 2011Autor: Onmeda-Redaktion AllgemeinesInzest (Inzucht, "Blutschande", lat. incestum = Unzucht) bezeichnet den Geschlechtsverkehr zwischen sehr engen Verwandten in auf- oder absteigender Linie wie Vater und Tochter oder zwischen Mutter und Sohn sowie zwischen Geschwistern. Je nach Kultur wird der Begriff Inzest auch weiter gefasst und kann zum Beispiel auch weitere Angehörige einer Gruppe umfassen. Inzest ist genetisch gesehen eine Form der Inzucht, also der sexuellen Fortpflanzung beziehungsweise Kreuzung nahe verwandter Lebewesen. Inzucht begünstigt Erbkrankheiten und ist in vielen Staaten, wie auch in Deutschland, gesetzlich verboten. Mit der Enge des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen den Sexualpartnern, steigt gleichzeitig das Risiko für genetisch bedingte Anomalien bei gemeinsamen Nachkommen. Über die Häufigkeit von Inzest können keine gesicherten Angaben gemacht werden; es wird vermutet, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist. Studien lassen vermuten, dass Geschwister-Inzest bei 2 bis 5 Prozent liegt. Bruder-Schwester-Inzest soll fünfmal häufiger vorkommen als Vater-Tochter-Inzest. Täter von Inzest sind überwiegend männlich, während Opfer von Inzest überwiegend dem weiblichen Geschlecht angehören. Die meisten Menschen verfügen über eine natürliche Inzestmeidung. Auch unter nicht verwandten Kindern, die gemeinsam aufwachsen, ist das Interesse an sexuellen Kontakten innerhalb der Gruppe in der Regel sehr gering. Hintergrund von Inzest sind zumeist dysfunktionale Familienstrukturen. Bei Eltern-Kind-Inzest liegt oft ein eigenes früheres Trauma des Täters zugrunde. Für Geschwister-Inzest können emotional-vernachlässigende Erziehungsmethoden verantwortlich sein. Inzest kann die psychosexuelle Entwicklung von Minderjährigen schwer beeinträchtigen. Je jünger das Kind und je länger der Inzest andauernd, desto schwerwiegender können die psychischen Folgen sein. Hat ein Erwachsener sexuelle Phantasien in Bezug auf sein eigenes Kind, ohne jedoch sexuelle Handlungen vorzunehmen, wird dies als latenter Inzest (lat. latens = verborgen) bezeichnet. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaInzest
Das könnte Sie auch interessieren
Lexikon der SexualitätErfahren Sie im Lexikon der Sexualität mehr über über die wichtigsten Begriffe rund um die Sexualität. mehr ... Weitere Themen:Am häufigsten gelesen
Leben mit KrebsIm Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ... Weitere Themen:
Disclaimer:© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten. |