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Stand: 24. Oktober 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Eltern und Kinder verfügen – ebenso wie Geschwister – über sehr viele ähnliche Gene. Die Gefahr für die Nachkommen, an einer Erbkrankheit zu erkranken, ist dadurch sehr viel größer, als wenn nicht verwandte Menschen miteinander Kinder zeugen.

Zum besseren Verständnis: Jeder Mensch erhält bei seiner Zeugung einen mütterlichen und einen väterlichen Gensatz, das heißt man hat immer zwei Ausprägungen eines Gens (sog. Allele). Sind beide Allele für ein bestimmtes Merkmal wie beispielsweise die Haarfarbe deckungsgleich, dann bezeichnet man die beiden Ausprägungen des Gens – als reinerbig (homozygot).

In der Regel kommen jedoch zwei Ausprägungen eines Gens vor und die Allele sind nicht deckungsgleich (heterozygot). Eines der beiden Merkmalsausprägungen setzt sich dabei immer durch. Es wird deswegen als dominant bezeichnet. Das unterlegene Merkmal wird dagegen als rezessiv bezeichnet. Erhält man zum Beispiel von seinen Eltern die Allele für braunhaarig und für blond, wird sich braun durchsetzen, weil diese Ausprägung dominant ist und blond rezessiv. Nur wenn beide Genausprägungen das rezessive Merkmal blond tragen, wird die Haarfarbe auch blond werden.

Bei nahen Verwandten ist es viel wahrscheinlicher, dass die Genpaare identisch sind. Für mögliche Erbkrankheiten bedeutet das Folgendes: Die meisten Erbkrankheiten sind rezessiv, das heißt sie kommen nur dann zur Ausprägung, wenn beide Eltern das rezessive Gen weitergeben. Bei Eltern, die nicht verwandt sind, ist diese Wahrscheinlichkeit gering. Bei nahen Verwandten ist die Wahrscheinlichkeit dagegen wesentlich höher, da sich beide Eltern genetisch sehr ähnlich sind. Aus einer inzestuösen Beziehung gehen deswegen häufiger Kinder mit einer Erbkrankheit hervor.

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