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Ernst Ferdinand Sauerbruch

Stand: 23. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Chirurg

* 3. Juli 1875 in Barmen (Wuppertal)

† 2. Juli 1951 in Berlin

Ernst Ferdinand Sauerbruch studierte in Marburg, Jena und Leipzig Medizin, wo er 1902 promovierte; anschließend ging er nach Kassel, Erfurt und Berlin und war von 1903 bis 1905 in Breslau. Während seiner Assistenzzeit in Breslau wandte sich Sauerbruch unter seinem Lehrer und Förderer Johannes von Mikulicz-Radecki (1850–1905) der Brustraumchirurgie zu – dem Teilgebiet der Chirurgie, auf dem er mit seiner Entwicklung des Druckdifferenzverfahrens Bahnbrechendes leistete. Am 6. April 1904 führte Sauerbruch seine Unterdruckkammer (Sauerbruch-Kammer) mit einer Operation am offenen Thorax mit Erfolg öffentlich vor. In Marburg wurde Ernst Ferdinand Sauerbruch 1908 Außerordentlicher Professor und in Zürich erhielt er 1911 einen Lehrstuhl für Chirurgie; hier widmete er sich vor allem der Thoraxchirurgie. Mit seinen neuartigen Arm- und Beinprothesen mit willentlich beweglichen Gliedmaßen (Sauerbruch-Hand, Sauerbruch-Arm, Sauerbruch-Bein) schuf Sauerbruch erste verwendbare Überlebenshilfen für Amputierte. 1918 erhielt Ernst Ferdinand Sauerbruch in München das Ordinariat für Chirurgie. Hier war er bis 1927 an der Universität tätig und widmete sich vor allem der operativen Behandlung der Lungentuberkulose. Außerdem entwickelte er Diätmaßnahmen für Tuberkulosekranke.

In den Jahren 1928 bis 1949 war Ernst Ferdinand Sauerbruch Ordinarius für Chirurgie an der Berliner Universität und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik an der Berliner Charité. Nach dem Krieg nahm man Sauerbruch übel, dass er dem Nationalsozialismus nicht stärkeren Widerstand geleistet hatte. Im September 1933 hatte er in einem "Offenen Brief an die Ärzteschaft der Welt" die nationale Wiedergeburt Deutschlands begrüßt und auch später trug er mit seinem Namen dazu bei, das Regime zu unterstützen. In späteren Jahren dagegen bewahrte Sauerbruch immer mehr Distanz zu den Machthabern, begegnete dem Nationalismus mit abfälligen Bemerkungen und beißenden Sarkasmus und hat sich unter Gefahrfür sich selbst für in Not geratene deutsche und jüdische Mitbürger erfolgreich eingesetzt.

Die letzten Lebensjahre Ernst Ferdinand Sauerbruchs waren überschattet von einer schnell um sich greifenden Zerebralsklerose. Sauerbruch hinterließ mehrere Lehrbücher, unter anderem Technik der Thoraxchirurgie, Die willkürlich bewegbare künstliche Hand, Die Chirurgie der Brustorgane sowie seine Memoiren.

Quellen:

Eckart, W.U.: Ärzte Lexikon. Springer, Heidelberg 2006

Stand: 23. März 2011

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