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Scipione Riva-Rocci

Stand: 21. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Kinderarzt

* 7. August 1863 in Almese (Turin)

† 15. März 1937 in Rapallo

Der Kinderarzt Scipione Riva-Rocci war maßgeblich an der heutigen Form der Blutdruckmessung beteiligt. Er studierte in Turin, wo er 1888 promovierte. Anschließend war er als Assistent an der dortigen Medizinischen Klinik tätig. 1894 habilitierte sich Riva-Rocci im Fach Pathologie. Sechs Jahre später wurde er zum Direktor des Ospedale civico in Varese ernannt. Im Jahre 1907 folgte die Habilitation im Fach Kinderheilkunde (Pädiatrie). 1908 ging Riva-Rocci nach Padua, um dort als Professor für Pädagogik zu lehren.

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein konnte man den Blutdruck nur direkt bestimmen, das heißt durch das Einführen von Messsonden in große Körperarterien. Diese "blutige" Methode war für die Betroffenen mit Ängsten, Beschwerden und bestimmten Risiken wie zum Beispiel Infektionen verbunden. Erst die Entwicklung von "unblutigen" Verfahren erlaubte die Bestimmung des Blutdrucks auf einfache und risikolose Weise. Frühe Geräte dieser Art waren beispielsweise die modifizierten Pulsmesser des Physiologen Karl Vierordt (1818-1884) und des Pathologen Samuel Siegfried von Basch (1837–1905).

Riva-Rocci schuf mit seinem Sphygmographen (von griechisch sphygmos = Puls; griechisch metron = Maß; lateinisch manus = Hand) den Prototypen des modernen Blutdruckmessers. Ihm zu Ehren sprechen wir von der "RR" (Riva-Rocci), wenn wir den Blutdruck meinen. Heute ist der – auch vom Laien jederzeit messbare – Blutdruck zum Maßstab der eigenen Befindlichkeit geworden.

Riva-Roccis Apparat bestand aus einer Oberarmmanschette – wie dies auch heute üblich ist – und aus einem Quecksilbermanometer, mit dem er den Druck in der Armarterie (Arteria brachialis) maß.

Im Jahre 1905 verbesserte der russische Militärarzt Nikolai Sergejewitsch Korotkow (1874–1920) die von Riva-Rocci angegebene Methode, indem er das Stethoskop zur Bestimmung des Blutdrucks einsetzte.

Quellen:

Gerabek, W. et al. (Hrsg).: Enzyklopädie Medizingeschichte. Band 3. de Gruyter, Berlin 2007

Stand: 21. März 2011

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