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Lou Andreas-Salomé (Pseudonym: Henry Lou)

(Stand: 7. Dezember 2007)

Psychoanalytikerin, Schriftstellerin

* 12. Februar 1861 in St. Petersburg

† 5. Februar 1937 in Göttingen

Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé wurde in Sankt Petersburg unter dem Namen Louise Salomé geboren. Durch das vornehme und intellektuelle Elternhaus geprägt, setzte sie sich schon früh mit philosophischen und existentiellen Fragen auseinander. 1880 nahm sie in Zürich das Studium der Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte auf.

Lou Andreas-Salomé entschied sich für die Laufbahn einer freien Schriftstellerin und entwickelte sich zu einer autarken Persönlichkeit. Sie führte im ausgehenden 19. Jahrhundert ein emanzipiertes Leben, was bei der bestehenden Dominanz der Männerwelt und den rigiden Moralvorstellungen nicht einfach zu verwirklichen war. Sie wurde von vielen berühmten Zeitgenossen bewundert und geschätzt, umworben und geliebt. Sie bereiste die europäischen Großstädte, verfasste psychologische und religionsphilosophische Schriften, Rezensionen, Essays, Erzählungen und Romane.

Auf einer Romreise 1882 machte Lou Andreas-Salomé die Bekanntschaft des Philosophen Paul Rée und lebte mehrere Jahre mit ihm zusammen. Zudem lernte sie Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900) kennen. 1986 verlobte sie sich mit dem Orientalisten Friedrich Carl Andreas (1846-1930), heiratete ihn 1887 und nahm seinen Namen an. Obwohl die Ehe bis zu Andreas´ Tod bestand, blieb sie eine rein platonische Verbindung, genauso wie die meisten Beziehungen zu vielen ihrer Bewunderer, Verehrer und Freunde. Allerdings hatte Lou Andreas-Salomé auch leidenschaftliche Liebesbeziehungen; die bekannteste war die zu dem Lyriker Rainer Maria Rilke (1875-1926), mit dem sie ab 1898 mehrere Russlandreisen unternahm und mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verband.

Ein Wendepunkt im Leben von Lou Andreas-Salomé trat ein, als sie im Jahre 1911 zum Wiener Kreis der Psychoanalytiker stieß und die Psychoanalyse Sigmund Freuds kennenlernte. Begeistert las sie seine Schriften und schrieb unter anderem Aufsätze für die psychoanalytische Zeitschrift Imago.

Zu Lou Andreas-Salomés wichtigen schriftstellerischen Arbeiten gehören unter anderem Im Kampf um Gott (1885), Henrik Ibsens Frauen-Gestalten (1892), Friedrich Nietzsche in seinen Werken (1894), Ruth (1896) und Rodinka (1923). Posthum erschienen ihr Lebensrückblick Mein Dank an Freud.

Quellen:

Online-Informationen des Vereins für die Geschichte Berlins: www.diegeschichteberlins.de (Stand: Juni 2004)

Stand: 07. Dezember 2007

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