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Karl Landsteiner

(Stand: 8. Juni 2007)

Arzt und Bakteriologe

* 14. Juni 1868 in Baden bei Wien

† 26. Juni 1943 in New York

Karl Landsteiner ist der Entdecker des A-,B,-0-Blutgruppensystems, also der vier Blutgruppen A, B, 0 und AB. Seine grundlegenden Ergebnisse dazu publizierte er im Mai 1901 in der Wiener Klinischen Wochenschrift unter dem Titel Über Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes. Für diese wissenschaftliche Leistung erhielt Karl Landsteiner am 11. Dezember 1930 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Auch die Entdeckung des Rhesusfaktors (Rh+, Rh-) im Jahr 1940 ist Landsteiner, P. Levine und Alexander S. Wiener zu verdanken. Auf dieser Entdeckung aufbauend wurde im Jahr 1941 ein allgemein anwendbarer Test zur Bestimmung des Rhesusfaktors entwickelt.

Karl Landsteiner kam am 14. Juni 1868 in Baden bei Wien als Sohn des bekannten Wirtschaftsjournalisten und Zeitungsherausgebers Leopold Landsteiner zur Welt. Im Alter von sieben Jahren verlor er seinen Vater. Landsteiners Mutter stammte aus einer morawischen jüdischen Handelsfamilie und war 20 Jahre jünger als ihr Mann, den sie nach nur sieben Ehejahren verließ. Karl Landsteiner besuchte im IX. Bezirk das Staatsgymnasium, wo er 1885 das Abitur (Matura) ablegte.

Sein Medizinstudium in Wien schloss Karl Landsteiner 1891 mit der Promotion zum Dr. med. ab. Danach studierte er in Würzburg, München und Zürich Chemie. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1894 arbeitete Landsteiner eine Weile an der I. Chirurgischen Universitätsklinik, wo er eine Ausbildung im Fach Chirurgie u.a. bei dem Chirurgen Theodor Billroth (1829-1894) machte. Danach war Karl Landsteiner bis 1897 Assistent von Max von Gruber (1853-1927) am Hygieneinstitut der Universität und bis 1908 Prosektor am Pathologisch-Anatomischen Institut unter der Leitung von Anton Weichselbaum (1845-1920).

In Wien am Hygiene-Institut verfeinerte Karl Landsteiner außerdem die Syphilis-Diagnostik nach Wassermann. Weiterhin legte er die Grundlagen für die spätere (1984/85) Entwicklung des Impfstoffs gegen die Kinderlähmung des MS-Forschers Jonas Edward Salk (1914-1995). Karl Landsteiners Habilitation erfolgte im Jahr 1903 an der Wiener Universität. 1911 erhielt er eine Stelle als außerordentlicher Professor in Wien. Ein Jahr nach der Entdeckung der Blutgruppen (1901) entwickelte Karl Landsteiner gemeinsam mit dem Gerichtsmediziner Max Richter (1867-1932) eine Methode zur Bestimmung der Blutgruppen aus Blutflecken.

Aufgrund der Not in Wien nach dem 1. Weltkrieg ging Karl Landsteiner im Jahr 1919 nach Den Haag in den Niederlande und im Jahr 1922 an das Rockefeller Institute for Medical Research in New York.

In den letzten Jahren seines Lebens widmete sich Karl Landsteiner intensiv der Onkologie, um seiner an Schilddrüsenkrebs erkrankten Frau Helene helfen zu können. Aber kurz nach seinem 75. Geburtstag erlag er in seinem Labor einem Schlaganfall. Seine krebskranke Frau überlebte ihn um etwa sechs Monate.

Quellen:

Eckart, W.U.: Ärzte Lexikon. Springer, Heidelberg 2006

Stand: Juni 2007

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