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Athanasius Kircher

(Stand: 16. Oktober 2007)

Naturforscher, Mathematiker, Philosoph

* 2. Mai 1602 in Geisa bei Fulda

† 27. November 1680 in Rom

Der deutsche Jesuit und Universalgelehrte Athanasius Kircher lehrte orientalische Sprachen in Würzburg und Rom, erforschte Infektionskrankheiten und die Hieroglyphen Ägyptens, verfasste medizinische und musiktheoretische Schriften und beflügelte mit seinem Wissen die Naturwissenschaften über seine Zeit hinaus. Kircher fand mit den wenigen und primitiven Mitteln seiner Zeit heraus, dass die Pest eine Infektionskrankheit ist.

Athanasius Kircher besuchte das Jesuitengymnasium in Fulda und wurde 1618 Mitglied des Jesuitenordens in Paderborn. Während der Wirren des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) studierte er an den Theologischen Fakultäten Paderborn, Münster und Köln geistes- und naturwissenschaftliche Fächer. Nach dem Theologiestudium in Mainz wurde Kircher zum Priester ordiniert und anschließend zum Professor für Ethik, Mathematik und orientalische Sprachen an die Universität Würzburg berufen. Bereits während seines Studiums danach befasste er sich mit geografischen, astronomischen, philosophischen und medizinischen Problemen. Infolge der Kriegswirren floh Kircher 1631 nach Frankreich. 1633 kam Kircher nach Rom ans Collegium Romanum, wo er sesshaft wurde und ab 1638 als Professor für Mathematik, Physik und Orientalische Sprachen lehrte.

Während seiner Zeit in Rom beschrieb Athanasius Kircher ausführlich eine große Plage dieser Region: die Malaria. Ab 1650 begann er die Auswurfstoffe von Kranken zu untersuchen und sah mit Hilfe von Vergrößerungsgläsern Mikroorganismen, wie sie bei Pestkranken, Pockenkranken oder bei Fleckfieber charakteristisch sind.

In der Tradition des Hippokrates nahmen Zeitgenossen Athanasius Kirchers als Ursache der Pest und anderer Plagen ihrer Zeit ein sogenanntes Miasma an, eine krankmachende Materie, die vor allem durch faulige Prozesse in Luft und Wasser entsteht. Demgegenüber behaupteten Ansteckungstheoretiker wie Athanasius Kircher, dass spezifische Krankheitserreger die Ursache dieser Krankheiten seien. Endgültig konnte das erst der Bakteriologe Alexander Yersin (1863-1943) am 23. Juni 1894 beweisen, als er den Pesterreger in toten Ratten identifizierte (Yersinia pestitis) . In seinem Sammelwerk "Physiologia Kircheriana Experimentalis", entwickelte Kircher unter anderem eine neue Theorie von der Übertragbarkeit von Infektionskrankheiten, wie sie bis dahin einmalig war.

Athanasius Kirchner schlug Abwehr- und Heilmaßnahmen vor, die teilweise noch bis in unsere heutige Zeit gültig sind. Hierzu zählen zum Beispiel Isolation, Quarantäne, Verbrennen der von den Kranken getragenen Kleidung und benutzten Gegenstände, Räucherung der bewohnten Räume, Atemschutz durch Masken, diätetische Vorschriften, Einnahme von Arzneimitteln (bzw. was man damals darunter verstand) und Dampfbäder. Erst im 20. Jahrhundert kamen sowohl Schutzimpfungen als auch Arzneimittel wie Sulfonamide und Antibiotika hinzu.

Kircher starb nach einem erfüllten wissenschaftlichen Leben im Alter von 78 Jahren in Rom.

Quellen:

Online-Informationen des Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons: www.bautz.de/bbkl (Stand: Oktober 2007)

Stand: 16. Oktober 2007

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