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James Adolf Israel

Stand: 17. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Urologe, Nierenchirurg

* 2. Februar 1848 in Berlin

† 20. Februar 1926 in Berlin

James Israel wurde im Februar 1848 in Berlin als drittes Kind einer jüdischen Familie geboren. Er besuchte das Berliner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und bestand mit 17 Jahren das Abitur. Im Anschluss begann er an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Medizin zu studieren. In seiner Dissertation beschäftigte sich James Israel mit der Brightschen Nierenkrankheit und erhielt dafür 1870 den Doktortitel. Im gleichen Jahr war er im Deutsch-Französischen Krieg in frontnahen Lazaretten tätig. 1871/1872 hielt er sich zu Studienzwecken in Wien auf und trat schließlich 1872 in Berlin eine Assistenzstelle im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Auguststraße an, das damals eines der modernsten Krankenhäuser war.

Israel erlernte im schottischen Edinburgh die von bei Joseph Lister (1827-1912) eingeführte Antisepsis, welche die Desinfektion mithilfe von Karbollösung beinhaltete und begann diese in Berlin zu praktizieren. Er wurde der Nachfolger von R. K. Bernhard von Langenbeck (1810-1887) und leitete ab 1880 die Chirurgischen Abteilung im Jüdischen Krankenhaus. Um 1881 forschte er über die durch Actinomyces israelii hervorgerufene, so genannte Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose). Seine Erkenntnisse sind in "Virchows Archiv" auch heute noch nachzulesen.

Ab 1882 lag Israels beruflicher Schwerpunkt in der Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen und war dort durch seine praktische Anwendung der Antisepsis und seine verbesserte abtastende (palpatorische) Technik sehr erfolgreich. Er war in der Lage, allein durch Abtasten die Größe der Niere, deren Oberflächenstruktur sowie beginnende Tumoren und Nierensteine zu bestimmen. Israel etablierte außerdem eine operative Methode, mit der die Bauchhöhle nicht notwendigerweise geöffnet werden musste. Vor der Entwicklung der Röntgenuntersuchung waren das Abtasten und der direkte Blick in Körper durch Operationen die einzigen Möglichkeiten genauere Aussagen über viele Krankheiten zu machen.

James Israels Fähigkeiten als Nierenarzt verbreiteten sich in den 1890er Jahren immer weiter, so dass aus dem In- und Ausland zunehmend Patienten und Ärzte von ihm seine Techniken kennen- und erlernen wollten. Israel eröffnete aus diesem Grund eine Schule, in der er Mediziner ausbilden konnte. Häufig assistierte er auch bei komplizierten Fällen im Ausland. 1892 bot man ihm einen Lehrstuhl an der Berliner Universität an – unter der Voraussetzung, dass er sich taufen ließe und auf den er aus diesem Grund verzichtete. 1894 wurde Israel trotz seiner Taufverweigerung der Professorentitel verliehen und er durfte als erster jüdischer Privatdozent an der Berliner Universität lehren.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs wandelte James Israel seine Privatklinik und Abteilungen des Jüdischen Krankenhauses zum Lazarett um. Er entwarf einen Lazarettzug, in dem auch während der Fahrt operative Eingriffe an verwundeten Soldaten vorgenommen werden konnten und den er 1915 noch selbst betreute. Im Laufe seiner Arbeit etablierte er mehrere Verbesserungen in den Gebieten der plastischen Chirurgie sowie der Bauch- und Nervenchirurgie.

Israel schrieb seine Erfahrungen und Erkenntnisse in mehr als 100 Veröffentlichungen nieder. 1894 publizierte er mit "Erfahrungen über Nierenchirurgie" das erste umfassende Werk zum diesem Thema. Weitere herausragende Werke sind das 1901 erschienene “Chirurgische Klinik der Nierenkrankheiten" sowie die 1925 veröffentlichte "Chirurgie der Niere und des Harnleiters".

Zeit seines Lebens hatte James Israel gesundheitlich eine schwache Konstitution, die durch häufige Magen-Darmstörungen beeinträchtigt wurde. Dies hielt ihn nicht davon ab bis kurz vor seinem Tod aktiv an Operationen teilzunehmen, Ruhepausen gönnte er sich selten. Im Februar 1926 verstarb James Israel in Berlin infolge einer Herzerkrankung.

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