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Christian Friedrich Samuel HahnemannStand: 22. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion Arzt, Chirurg* 10. April 1755 in Meißen † 02. Juli 1843 in Paris Christian Friedrich Samuel Hahnemann starb im 88. Lebensjahr. Ein hohes Alter, das sicherlich als ein Beweis der Wirksamkeit seines medikamentösen Therapieprinzips ist, denn Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie, jener Lehre, nach der jede Krankheit mit demselben Mittel in kleinen Mengen zu heilen sei, welches in größeren Mengen ein der Krankheit ähnliches Bild erzeugt. Hahnemann studierte Medizin in Leipzig, war in verschiedenen Stellungen als Arzt und Stadtphysikus tätig, widmete sich in Dresden für einige Jahre der Chirurgie, kehrte dann aber wieder zur Allgemeinmedizin zurück. 1805 ließ er sich nach langen Wanderjahren in Thurgau (Schweiz) nieder und ging 1811 nach Leipzig, wo er sich habilitierte. 1821 verlegte Hahnemann seine Praxis nach Köthen (in der Nähe von Dessau). 1835 ging er nach Paris, wo er bis an sein Lebensende blieb. Der Beweggrund, der Hahnemann zur Homöopathie führte, waren Selbstversuche mit der Chinarinde, mit denen er 1796 begann. Die Rinde der Chinarinden-Bäume, deren Alkaloid das Chinin ist, begann man damals gegen verschiedene fieberhafte Erkrankungen zu nutzen. Jedesmal, wenn Hahnemann deren Extrakt einnahm, beobachtete er bei sich erhöhte Temperaturen. Er kam zu der Überzeugung, dass die Arzneimittel dadurch heilen, dass sie eine den ursprünglichen Krankheitserscheinungen ähnliche "Arzneikrankheit" hervorrufen: "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt (Similia similibus curantur)." Diese Ähnlichkeitsregel (Ähnlichkeitsprinzip) ist der Grundsatz der Homöopathie – eine Bezeichnung, die Hahnemann ab 1807 verwendete. Die der Homöopathie entgegengesetzte Heilmethode (die übliche schulmedizinische Behandlung mit Arzneimitteln, die der Krankheit entgegenwirken) nannte Hahnemann Allopathie. Hahnemann fand, dass die Homöopathie ihre beste Wirkung erreicht, wenn die verabreichten Arzneistoffe extrem niedrig dosiert beziehungsweise hochgradig verdünnt werden. 1810 fasste er die Grundsätze seiner Therapieform im "Organon der rationellen Heilkunde" zusammen, in das er auch naturphilosophische Gedanken des einflussreichen Philosophen Friedrich W. J. von Schelling (1775-1854) einbezog. Die Verdünnungsstufe des Ausgangsstoffs wird heute als Potenzierung in Dezimalexponenten charakterisiert: D1 = 1:10, D2 = 1:100, D3 = 1:1000 und so weiter. Das Ähnlichkeitsprinzip wird in der klassischen Homöopathie (Hahnemannismus) durch ein komplexes System von Zuschreibungen sowohl im Hinblick auf die Patienteneigenschaften als auch auf die eingesetzten homöopathischen Arzneimittel individuell unterstützt. Die naturwissenschaftlich-kritische Richtung (Homöotherapie) lehnt die Hochpotenzen ab, wendet nur niedrige und mittlere Dezimalpotenzen an und bewahrt den Primat der wissenschaftlich ausgerichteten Therapie. Die homöopathischen Heilmittel werden in Deutschland (soweit akzeptiert) nach den Vorschriften des Deutschen Homöopathischen Arzneibuchs (HAB) durch stufenweises Potenzieren (D1, D2, D3, ...) aus Urtinkturen (Pflanzen, tierische Stoffe; Symbol: () oder Mineralien und Chemikalien (Symbol: O) sowie aus indifferenten Verdünnungsmitteln wie Weingeist, destilliertem Wasser, Glyzerin oder Milchzucker bereitet; daneben gibt es auch fabrikmäßig hergestellte Fertigpräparate. Buchtipps:Organon der Heilkunst. Das Standardwerk der HomöopathieSamuel Hahnemann![]() 335 Seiten, Marixverlag, 2005 Samuel Hahnemann ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Medizingeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der Homöopathie, die er in seiner 1810 erschienenen Schrift Organon der rationellen Heilkunde zusammenfassend darstellt. Darin hat er die gesamte Methodik der Homöopathie niedergelegt. Noch heute gilt dieses Werk weltweit als "die Bibel der Homöopathie" und ist Pflichtlektüre für jeden Schüler und Lehrer dieser Heilmethode. Zu Hahnemanns Lebzeiten erschienen fünf immer wieder überarbeitete Auflagen (1810-1833). Ein Jahr vor seinem Tod vollendete Hahnemann das Manuskript für eine sechste Auflage, die aber aufgrund widriger Umstände nicht mehr im 19. Jahrhundert erscheinen konnte. Erst 1921 gelang es Richard Haehl, eine Abschrift dieses Manuskriptes herauszugeben, auf der alle deutschsprachigen Organon-Ausgaben beruhten. Blickpunkte in die Medizingeschichte des 19. JahrhundertsWolfgang Hach, Viola Hach-Wunderle, Viola Hach- Wunderle![]() 132 Seiten, Schattauer, 2007 Im 19. Jahrhundert vollzog sich in der Heilkunde der endgültige Umbruch von der antiken Säftelehre zur naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise. Dabei waren die großen Entdeckungen der Medizin so gut wie immer mit dem persönlichen Lebenswerk einzelner Forscher verbunden. Aber jede neue Behandlungsmethode musste ihre Richtigkeit oder ihren Irrtum am Schicksal des einzelnen Patienten beweisen.Wolfgang Hach und Viola Hach-Wunderle spüren den literarischen Quellen einigen dieser Entdeckungen nach, sie lassen Ärzte und Patienten mit ihren eigenen Worten sprechen und sehen sie damit im Kontext ihrer Zeit. Aus der unendlich großen Vielfalt der Medizingeschichte des 19. Jahrhunderts greifen die Autoren besonders eindrucksvolle Ereignisse heraus. Quellen:Eckart, W.U.: Ärzte Lexikon. Springer, Heidelberg 2006 Stand: 22. März 2011 Das könnte Sie auch interessieren
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