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Julius Hackethal

(Stand: 20. November 2007)

Überblick

* 06. November 1921 in Reinholterode-Eichsfeld

† 17. Oktober 1997 in Bernau am Chiemsee

Julius Hackethal kann sicherlich ohne Übertreibung als einer der umstrittensten Ärzte der letzten Jahre und Jahrzehnte bezeichnet werden.

Hackethal studierte in Berlin, Würzburg und Göttingen Medizin und promovierte im Jahr 1945 zum Dr. med. Anschließend war er am Kreiskrankenhaus in Eschwege beschäftigt, zunächst als Assistent, später als Oberarzt. 1952 ging Hackethal als wissenschaftlicher Assistent an die Orthopädische Universitätsklinik in Münster. Zwei Jahre später habilitierte er im Fach Orthopädie. Im Jahr 1956 wurde Julius Hackethal Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik in Erlangen. Hier wurde er 1962 zum außerordentlichen Professor ernannt. Von 1965 bis 1974 war Hackethal als Chefarzt und Chirurg im Städtischen Krankenhaus in Lauenburg beschäftigt. Anschließend gründete er dort seine eigene Praxis, zog jedoch später an den Chiemsee.

Großes Aufsehen erregte Hackethal mit seinen unkonventionellen Thesen und alternativen Therapiekonzepten zur Krebsbekämpfung und Krebsvorsorge. In seiner Krebsklinik am Chiemsee versuchte er, seine Thesen in die Praxis umzusetzen. Dabei unterstützte er die Ansicht der aktiven Sterbehilfe. Unter anderem war er Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben e.V.

In die Schlagzeilen geriet Hackethal bereits im Jahre 1963, als er als Oberarzt mit Professortitel seinen damaligen Chef, den Ordinarius für Chirurgie in Erlangen, vielfache Kunstfehler vorwarf. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde er 1974 mit seinem Buch: Auf Messers Schneide, Kunst und Fehler der Chirurgen. Dieses Buch und viele öffentliche Auftritte führten zu einer breiten Diskussion in Bezug auf die Krebsbehandlung und -vorsorge.

Gegen Hackethal liefen unzählige Straf- und standesrechtliche Verfahren, unter anderem wegen Töten auf Verlangen. Aber er wurde nie verurteilt und behielt bis zu seinem Tod seine ärztliche Approbation. Julius Hackethal starb am 17. Oktober 1997 an Lungenkrebs.

Quellen:

Online-Informationen des Deutschen Ärzteblatts: www.aerzteblatt.de (Stand: 1997)

Stand: 20. November 2007

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