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Walter Friedrich

(Stand: 14. September 2007)

Biophysiker, Strahlenphysiker

* 25. Dezember 1883 in Salbke (bei Magdeburg)

† 16. Oktober 1968 in Berlin

Walter Friedrich gilt als der Begründer des Fachs Strahlenforschung und als Mitbegründer der Biophysik. Seine Arbeiten auf den Gebieten der Wellennatur der Röntgenstrahlen, der Geschwulsterkrankungen, der Strahlenschäden und der Strahlentherapie (Radioonkologie), der radioaktiven Strahlen und der Dosimetrie, der ultravioletten Strahlen sowie der Wissenschaftsorganisation wurden zur Grundlage vieler Disziplinen.

Walter Friedrich studierte Physik und wechselte nach einigen Jahren auf der Genfer Universität nach München, wo er 1911 bei Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) mit einer Dissertation über die Intensitätsverteilung der X-Strahlen, die von einer Antikathode ausgehen promovierte. Anschließend war Walter Friedrich im Münchener theoretisch-physikalischen Institut von Arnold Sommerfeld (1868-1951) – dem frühen Anhänger der Relativitätstheorie und der Bohrschen Atomtheorie – Assistent. Hier gelang Friedrich zusammen mit Paul C. M. Knipping (1883-1935) auf Anregung von Max von Laue (1879-1960) im Jahr 1912 der experimentelle Nachweis für die Wellennatur der Röntgenstrahlen. Von Laue teilte den hierfür 1914 erhaltenen Nobelpreis für Physik wegen entscheidender Beteiligung Friedrichs und Knippings mit diesen.

1914 schied Walter Friedrich aus dem Institut von Sommerfeld aus und ging an das Physikalische Laboratorium der Freiburger Universitäts-Frauenklinik. Hier führte Friedrich erstmals Forschungen zur Frage der Therapie mit Streustrahlen, Strahlenforschungen im biologischen Objekt und im Wasser-Phantom, Dosisberechnungen, Bestrahlungstechniken und Entwicklung der Grundlagen zur Anwendung ionisierender Strahlen als wissenschaftlich fundiertes Heilmittel durch. Die 1918 erschienene Monographie von Krönig und Friedrich Physikalische Grundlagen der Strahlentherapie galt Jahrzehnte hindurch als Standardwerk.

1922 erhielt Walter Friedrich als erster seines Fachs einen Ruf an die Berliner Universität (heute Humboldt-Universität zu Berlin) als Ordinarius für Medizinische Physik und Strahlenkunde. 1927 wurde er zugleich Leiter des dortigen Instituts für Strahlenforschung an der Charité. Die finanziellen Spielräume waren eng gemessen, sodass erst nach zähen Bemühungen Walter Friedrichs die Errichtung eines modernen Institutsgebäudes gelang, mit dessen Bau im Sommer 1927 am damaligen Luisenplatz (heute Robert-Koch-Platz) begonnen wurde. Am 1. Januar 1929 konnte das Institut für Strahlenforschung seinen Betrieb aufnehmen. Die apparative Einrichtung war auf die Forschung mit Röntgenstrahlen und radioaktiven Stoffen ausgerichtet. Im 2. Weltkrieg wurde das Institut zerstört und an diesem Platz nicht wieder neu errichtet.

1947 schlug Walter Friedrich einen Ruf an die Universität Marburg zugunsten eines Angebots aus dem damaligen Ost-Berlin als Ordinarius für Strahlenforschung und Strahlentherapie an der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität aus. Damit übernahm Friedrich in der 1946 wiedereröffneten Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin die Leitung des Instituts für Medizin und Biologie in Berlin-Buch, das zuvor zur Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gehörte. Dieses medizinisch-biologische Institut baute Friedrich zu einem Zentrum für die Krebsforschung, Pharmakologie und Zellphysiologie aus.

Walter Friedrich bekleidete sein Ordinariat und die damit verbundenen Forschungs- und Lehraufgaben bis zum Jahr 1959. Daneben war er von 1949 bis 1951 Rektor der HUB sowie von 1951 bis 1956 Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Quellen:

P. Gerhardt, Pioniere der Röntgenologie, http://www.drg.de (Deutsche Röntgengesellschaft 2000)

Stand: 14. September 2007

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