Sie befinden sich hier:

Startseite > Lexika > Lexikon der Persönlichkeiten > Albert Fraenkel (1864-1938)

Albert Fraenkel

Stand: 22. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Internist, Wissenschaftler, Erfinder der Strophanthintherapie

* 03. Juni 1864 in Mußbach/Pfalz

† 22. Dezember 1938 in Heidelberg

Albert Fraenkel wurde am 03. Juni 1864 als Sohn des jüdischen Weinhändlers Jakob Fraenkel und seiner Frau Emilie in Mußbach in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße geboren.

Nach Beendigung seiner Schulzeit in Landau/Pfalz, wo er 1883 das Abitur ablegte, begann Alberg Fraenkel im selben Jahr mit dem Medizinstudium in München und Straßburg. Dort schloss er 1888 das Studium mit dem Staatsexamen ab. Seine erste Anstellung nach dem Staatsexamen als Assistenzarzt trat Fraenkel in der Münchener Frauenklinik an. Während seiner dortigen Tätigkeit erkrankte er an der damals weit verbreiteten Lungentuberkulose. Aufgrund seiner eigenen Erkrankung begann sich Albert Fraenkel intensiv mit dieser Erkrankung zu befassen.

1890 lies sich Albert Fraenkel in Badenweiler als Landarzt nieder. Dort gründete und leitete er zwei Sanatorien, eines für die Diätbehandlung von internistischen Erkrankungen sowie eines für die Behandlung von Lungenkrankheiten. 1896 konvertierte Fraenkel zum evangelischen Glauben und heiratete noch im selben Jahr Erna Thorade aus Oldenburg, mit der er zwei Töchter hatte.

1893, begann Fraenkel nebenbei am Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg die Wirkung einer Reihe von Medikamenten wissenschaftlich zu erforschen. Sein besonderes Interesse galt dabei den Digitalis-Glykosiden in der Therapie von Herzerkrankungen. Dabei gelang ihm an der Universitätsklinik in Straßburg die Entdeckung der therapeutischen Wirksamkeit der intravenösen Strophanthintherapie. Bis in die 1970er Jahre war Strophanthin das Standardmedikament zur Behandlung einer Herzinsuffizienz. Diese Entdeckung führte dazu, dass Albert Fraenkel 1914 vom Badischen Großherzog Friedrich II (1857-1928) geehrt und zum Professor ernannt wurde.

Während des 1. Weltkriegs war Fraenkel Chefarzt im Krankenhaus Rohrbach in Heidelberg, der heutigen Thoraxklinik Heidelberg. Am 13. September 1920 wurde Fraenkel zum Ehrenbürger von Badenweiler ernannt. 1928 erhielt er als Honorarprofessor einen Lehrauftrag an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg für das Fach Tuberkulose.

Da Albert Fraenkel Jude war, wenn auch christlich getauft, wurde er am 01. April 1933 aller Ämter enthoben. Er verblieb jedoch trotz der beginnenden Judenverfolgung in Deutschland. Fraenkel verstarb am 22. Dezember 1938.

Albert Fraenkel aus Heidelberg ist nicht mit dem gleichnamigen Albert Fraenkel aus Berlin zu verwechseln.

Quellen:

Online-Informationen der Thorax-Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg : www.albert-fraenkel.de (Stand: 06. April 2003)

Stand: 22. März 2011

Das könnte Sie auch interessieren

Lexikon der Persönlichkeiten

Lexikon der Persönlichkeiten

Ob Hippokrates, Paracelsus oder Freud: Lernen Sie im Lexikon der Persönlichkeiten die Koryphäen der Medizingeschichte kennen. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Bilderpaarsuche

Bilderpaarsuche

Bilderpaarsuche ist ein Merkspiel, das Sie sicher noch aus Kindertagen kennen. Halten Sie Ihr Gedächtnis in Schwung und spielen Sie hier Bilderpaarsuche online! mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.