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Albert Fraenkel

Stand: 21. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Internist

* 10. März 1848 in Frankfurt/Oder

† 6. Juli 1916 in Berlin

Albert Fraenkel, Sohn des jüdischen Weinhändlers David Eduard und seiner Ehefrau Sophie Traube, begann im Jahr 1866 nach der Reifeprüfung an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität zu Berlin) mit dem Medizinstudium, das er 1870 mit einer Arbeit über die Addisonsche Krankheit abschloss. Die Approbation als Arzt und Geburtshelfer wurde ihm im März 1872 erteilt. Es folgten Assistenzjahre bei Adolf Kußmaul (1822-1902) in Freiburg und Fraenkels Onkel, dem Internisten Ludwig L. Traube (1818-1876) – Begründer der Experimentellen Therapie – an der Propädeutischen Klinik der Charité in Berlin. Albert Fraenkel befasste sich hier mit der pathologischen Physiologie der Atmung und des Fiebers sowie mit der Klinik der Lungenerkrankungen und Herzkrankheiten.

Nach Traubes Tod blieb Albert Fraenkel bei seinem Nachfolger, dem Internisten und Kliniker Ernst von Leyden (1832-1910) als Privatdozent für Innere Medizin an der I. Medizinischen Universitätsklinik der Charité. Im Januar 1877 erfolgte die Habilitation und im August 1884 erhielt Albert Fraenkel den Professorentitel als Extraordinarius. Ein Ordinariat (Lehrstuhl) erhielt er nicht, da seinerzeit Gelehrte jüdischen Glaubens in Preußen bzw. Deutschland selten zu ordentlichen Professoren berufen wurden.

1887 übernahm Albert Fraenkel die Leitung der Frauen-Siechenanstalt in Berlin-Kreuzberg und zugleich eine Privatklinik im gleichen Stadtbezirk. Als 1890 das dritte städtische Krankenhaus in Berlin eröffnet wurde, das Krankenhaus "Am Urban", wählte man Fraenkel zum Leitenden Arzt der Inneren Abteilung und zu einem von zwei Direktoren.

In seiner Amtszeit richtete Albert Fraenkel eine eigene Prosektur ein, ein Bakteriologisch-Chemisches Institut, eine Röntgenabteilung, eine medico-mechanische Abteilung mit Elektrotherapie sowie Freilufteinrichtungen zur Behandlung Tuberkulose- und anderer Lungenkranker; ferner initiierte er Demonstrations- und Fortbildungskurse, die von Interessenten aus der ganzen Stadt besucht wurden.

Hauptgegenstand von Fraenkels Arbeiten waren die Krankheiten des Herzens und der Atmungsorgane. In der Propädeutischen Klinik der Charité hatte er schon1884 den Erreger Diplococcus pneumoniae gefunden und ihn 1885 eindeutig beschrieben.

Albert Fraenkel verstarb im Jahr 1916 an den Folgen einer Angina pectoris.

Albert Fraenkel aus Berlin ist nicht mit dem gleichnamigen Albert Fraenkel aus Heidelberg zu verwechseln.

Quellen:

Online-Informationen von Whonamedit.com : www.whonamedit.com (Stand: 2006)

Stand: 21. März 2011

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